Eine der ersten Fragen, die sich jeder Tourist bei einem Besuch in einer unbekannten Stadt stellt:”Wie komme ich am Besten von A nach B?” In New York ist dieses relativ einfach zu beantworten “nutze die öffentlichen Verkehrsmittel, möglichst die Metro!”.
Das öffentliche Verkehrssystem von New York City verfügt über ein weit verzweigtes U-Bahn-System, ein dichtes Busnetz, Fähren und Regionalbahnen.
Für Touristen, die die Metropole ab 2026 besuchen, gibt es eine große Änderung: den endgültigen Übergang von der magnetischen MetroCard zum rein kontaktlosen Bezahlsystem OMNY.
Abschied von der MetroCard: Willkommen OMNY
Seit ihrer Einführung im Jahr 1994 war die goldfarbene MetroCard das Synonym für Mobilität in New York City. Sie ersetzte die bis dahin genutzten Token und ermöglichte erstmals kostenlose Umstiege zwischen Bussen und U-Bahnen.
Die Ära des Magnetstreifens endete offiziell am 31. Dezember 2025. Ab diesem Datum wird der Verkauf und das Wiederaufladen von MetroCards an Automaten und im Einzelhandel eingestellt, Restguthaben auf der Karte darf noch eine gewisse Zeit „abgefahren“ werden.

So funktioniert das kontaktlose Bezahlen (“Tap-and-Go”)
Seit Januar 2026 ist OMNY (One Metro New York) die einzige Möglichkeit für den Zugang zum Öffentlichen Personennahverkehr.
Für Touristen entfällt nun die doch nicht ganz so einfache Auseinandersetzung mit den Verkaufsautomaten. OMNY basiert auf dem “Tap-and-Go”-Prinzip, bei dem Fahrgäste ihre kontaktlose Kreditkarte, ihr Smartphone mit aktiviertem Digital Wallet (wie Apple Pay oder Google Pay) oder eine Smartwatch an die Lesegeräte der Drehkreuze halten. Der Fahrpreis wird automatisch abgebucht.
Es gibt aber auch eine physische OMNY-Card. Sie kann an Automaten in den Stationen sowie bei über 2.700 Einzelhändlern, darunter Filialen von Walgreens oder RiteCheck, mit Bargeld oder Kreditkarte erworben und aufgeladen werden.
Tarife und Preise 2026: Sparen mit Fare Capping
Der Standardpreis für eine Einzelfahrt mit der U-Bahn, lokalen Bussen oder der Staten Island Railway beträgt 3,00 $ (Stand Januar 2026).

Für Touristen ist das System des “Fare Capping”, bei dem OMNY automatisch den günstigsten Tarif berechnet, besonders spannend. Sobald ein Fahrgast innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen 12 Fahrten mit demselben Gerät oder derselben Karte bezahlt hat, werden alle weiteren Fahrten in diesem Zeitraum automatisch kostenlos. Ein extrem wichtiger Punkt für Touristenfamilien: Mit einem Handy/einer Karte können bis zu 4 Personen nacheinander durch dasselbe Drehkreuz gehen (einfach mehrmals tippen). Aber: Nur die erste Person profitiert vom Fare Capping! Jede weitere Person zahlt jede Fahrt voll.
Die Einführung des wöchentlichen Fare Caps für Express-Busse ab dem 4. Januar 2026 in Höhe von 67,00 $ ist für Reisende, die in den äußeren Stadtteilen wohnen und den schnelleren Komfort der Reisebusse nutzen möchten, ein gutes Angebot.
| Kategorie | Tarif ab Jan. 2026 |
| Einzelfahrt (U-Bahn/Lokalbus) | 3,00 $ |
| Ermäßigter Tarif (Reduced-Fare) | 1,50 $ |
| Wöchentliches Fare Cap (Maximalpreis) | 36,00 $ |
| Express-Bus (Einzelfahrt) | 7,25 $ |
| Express-Bus Fare Cap (Wöchentlich) | 67,00 $ 3 |
| Single Ride Papierticket | 3,50 $ |
Orientierung im U-Bahn-System: Uptown, Downtown & Express
Die New Yorker Subway ist mit 472 Stationen das flächenmäßig größte U-Bahn-System der Welt. Die Züge fahren rund um die Uhr.
Die Manhattan-Zentrierung: Uptown und Downtown
Die wichtigste Orientierungshilfe in Manhattan ist die Nord-Süd-Achse.
- Züge in Richtung Norden werden als “Uptown” bezeichnet und fahren oft weiter in den Borough Bronx.
- Züge in Richtung Süden tragen die Bezeichnung “Downtown” und führen häufig weiter nach Brooklyn.
An vielen kleineren Stationen gibt es separate Eingänge für die jeweilige Richtung, die unterirdisch nicht miteinander verbunden sind. Ein versehentliches Betreten des falschen Bahnsteigs führt dazu, dass man die Station verlassen und erneut bezahlen muss oder man fährt bis zur nächsten Express-Station, wo ein Wechsel über den Bahnsteig oft möglich ist.
Local vs. Express Trains – Der feine Unterschied
Ein charakteristisches Merkmal der New Yorker Subway ist das Vorhandensein von drei oder vier Gleisen in vielen Tunneln. Dies ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb von zwei Zugtypen:
- Local Trains: Diese Züge halten an jeder Station ihrer Linie. Sie sind ideal für Ziele in Wohngebieten oder kürzeren Distanzen.
- Express Trains: Diese Züge nutzen die inneren Gleise und halten nur an Hauptknotenpunkten. Sie können weite Strecken in einem Bruchteil der Zeit zurücklegen.

Auf den offiziellen Netzplänen sind lokale Haltestellen durch schwarze Kreise und Express-Haltestellen durch weiße Kreise markiert.
Linien-Check: Die wichtigsten Verbindungen
Die Linien werden durch Zahlen und Buchstaben identifiziert, nicht primär durch Farben. Die Farbe auf dem Plan kennzeichnet lediglich die Stammstrecke, die sich mehrere Linien teilen (z. B. nutzen die Linien 1, 2 und 3 die rote Strecke unter der Broadway/7th Avenue), aber ihre Wege trennen sich in den Außenbezirken.
| Stammstrecke (Farbe) | Linienbezeichnungen | Wichtige Verbindungen |
| Grün (Lexington Av) | 4, 5, 6 | Grand Central, Brooklyn Bridge |
| Rot (Broadway-7th Av) | 1, 2, 3 | Times Square, Penn Station |
| Blau (8th Av) | A, C, E | Port Authority, Howard Beach (JFK) |
| Orange (6th Av) | B, D, F, M | Rockefeller Center, Coney Island |
| Gelb (Broadway) | N, Q, R, W | Canal Street, 5th Av/59th St |
| Lila (Flushing) | 7 | Grand Central, Hudson Yards, Citi Field |

Busfahren in NYC: Select Bus Service & Co.
Wenn die U-Bahn an ihre Grenzen stößt, insbesondere bei Ost-West-Verbindungen (“Crosstown”) in Manhattan, ist der Bus das bevorzugte Mittel der Wahl. Das New Yorker Bussystem ist eines der umfangreichsten weltweit. Man sollte jedoch einige wichtige Punkte beachten.
Select Bus Service
Der Select Bus Service (SBS) ist ein Schnellbussystem mit reservierten Fahrspuren und selteneren Haltestellen. Wer hier mitfahren möchte sollte folgendes beachten:
- Mit OMNY: Fahrgäste können an jeder der drei Türen einsteigen und ihre Karte oder ihr Gerät direkt am Leser im Bus tippen. Es ist kein Gang zum Automaten auf dem Gehweg erforderlich.
- Mit Bargeld: Fahrgäste müssen zwingend vor der Fahrt an den Ticketautomaten auf dem Gehweg bezahlen und die Quittung (“Proof of Payment”) aufbewahren. Diese Quittung muss bei stichprobenartigen Kontrollen durch MTA-Inspektoren vorgezeigt werden. Wer keine gültige Quittung besitzt, riskiert eine Geldbuße von 100 $.

Reguläre Busse
Bei normalen lokalen Bussen erfolgt der Zustieg ausschließlich durch die Vordertür. Die Bezahlung erfolgt beim Fahrer mittels OMNY-Reader erfolgen. Ab 2026 wird die Münzzahlungen in Bussen vollständig abgeschafft. Bargeld wird dann nur noch an Verkaufsstellen für OMNY-Cards akzeptiert.
Flughafen-Anbindung: JFK, LaGuardia und Newark
Die drei großen Flughäfen New Yorkss sind sehr gut an das Verkehrsnetz angebunden.
John F. Kennedy International Airport (JFK)
Der JFK ist über den AirTrain mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln in New York verbunden. Die Nutzung des AirTrains ist innerhalb des Flughafens kostenlos (Verbindung zwischen Terminals, Parkplätzen und Mietwagenstationen).
Wer jedoch an den Stationen Jamaica oder Howard Beach umsteigen möchte um in die Stadt zu gelangen, zahlt beim Verlassen eine Gebühr. Die AirTrain-Gebühr beträgt standardmäßig 8,50 $.
| Station | Anschluss | Reisezeit nach Manhattan | Kosten (ca.) |
| Jamaica | LIRR (Zug) | 20-30 Min. | 13,50 $ – 15,50 $ |
| Jamaica | E, J, Z (Subway) | 50-60 Min. | 11,40 $ |
| Howard Beach | A (Subway) | 60-70 Min. | 11,40 $ |

LaGuardia Airport (LGA)
LaGuardia hat keinen Schienenanschluss, bietet aber mit dem Q70 LaGuardia Link SBS eine der besten kostenlosen Transitverbindungen der Stadt. Der Bus pendelt zwischen den Terminals B und C und dem Bahnhof Jackson Heights-Roosevelt Avenue in Queens. Von dort aus haben Reisende Zugang zu den Linien 7, E, F, M und R, die sie in etwa 15 bis 20 Minuten nach Midtown Manhattan bringen. Alternativ verbindet der Bus M60 SBS den Flughafen direkt mit der 125th Street in Harlem und der Upper West Side in Manhattan zum Standardtarif.
Newark Liberty International Airport (EWR)
Newark liegt in New Jersey und wird primär über NJ Transit bedient. Reisende nutzen den AirTrain Newark zum Bahnhof “Newark Liberty International Airport Station” und steigen dort in einen Zug zur New York Penn Station um.
OMNY wird bei NJ Transit derzeit nicht für durchgehende Fahrten akzeptiert; man muss die NJ Transit App nutzen oder ein Papierticket am Automaten kaufen. Das Ticket beinhaltet die AirTrain-Zugangsgebühr von 8,50 $. Ein Einzelticket nach Manhattan kostet ca. 16,00 $ bis 18,00 $.
Sightseeing zum Sparpreis: Tramway & Staten Island Ferry
Zwei Verkehrsmittel in New York bieten einen außergewöhnlichen Mehrwert, da sie zum Preis einer einfachen Fahrt atemberaubende Ausblicke ermöglichen.
Die Roosevelt Island Tramway
Diese Luftseilbahn schwebt in über 75 Metern Höhe über dem East River und verbindet die 59th Street/2nd Avenue in Manhattan mit Roosevelt Island.
- Preis: 3,00 $
- Zahlung: OMNY
Die Fahrt zählt zum wöchentlichen Fare Capping hinzu. - Tipp: Die Fahrt bei Sonnenuntergang bietet einen der besten Ausblicke auf das Chrysler Building und das UN-Hauptquartier.

Die Staten Island Ferry
Diese legendäre Fähre ist für alle Passagiere kostenlos. Sie verkehrt rund um die Uhr zwischen dem Whitehall Terminal in Lower Manhattan und dem St. George Terminal auf Staten Island. Die Fahrt dauert etwa 25 Minuten und führt direkt an der Freiheitsstatue vorbei. Es ist die günstigste Art, das Panorama von Lower Manhattan vom Wasser aus zu erleben, ohne teure Sightseeing-Boote zu buchen.
Wichtige Verhaltensregeln & Barrierefreiheit
Das New Yorker Transitsystem steht vor der gewaltigen Herausforderung, eine über 120 Jahre alte Infrastruktur barrierefrei zu gestalten. Geplant ist bis 2029 über 95 % aller Stationen für Rollstuhlfahrer zugänglich zu machen.
Barrierefreiheit
Touristen, die auf Rollstühle oder Gehhilfen angewiesen sind, sollten ihre Routen strikt nach barrierefreien Stationen (“ADA Accessible Stations”) planen. Diese Stationen verfügen über Aufzüge und breitere Drehkreuze (AutoGates).
- AutoGates: Diese Tore lassen sich mit OMNY öffnen.
- Busse: Alle Stadtbusse verfügen über Rampen und spezielle Stellplätze für Rollstühle. Die Fahrer sind geschult, beim Sichern der Geräte zu helfen.
- Echtzeit-Status: In der MTA-App oder auf der Website kann der Status von Aufzügen in Echtzeit geprüft werden, was wichtig ist, da kurzfristige Ausfälle keine Seltenheit sind.
Ungeschriebene Regeln
In New York gibt es bei der Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs einige ungeschriebener Regeln. Wer diese missachtet, erntet nicht nur böse Blicke, sondern stört auch den hocheffizienten Verkehrsfluss.
Die Rolltreppen-Regel
In New York herrscht auf Rolltreppen ein striktes Regime: Stand on the Right, Walk on the Left. Wer rechts steht, ermöglicht es den meist in Eile befindlichen New Yorkern, links vorbeizugehen. Das Blockieren der linken Seite durch Gruppen, die nebeneinander stehen, gilt als grob unhöflich.

Verhalten am Bahnsteig und im Zug
- Erst aussteigen lassen: Bevor man einen Zug betritt, stellt man sich seitlich der Türen auf und lässt alle ankommenden Fahrgäste aussteigen.
- In die Mitte durchgehen: Nach dem Einsteigen sollte man sofort in die Mitte des Waggons gehen, um Platz für nachfolgende Personen zu machen. Das Stehenbleiben direkt im Türbereich ist verpönt.
- Kein Gepäck auf Sitzen: In vollen Zügen sollte man nur einen Sitzplatz beanspruchen. Rucksäcke gehören auf den Boden zwischen die Beine, nicht auf den Nachbarsitz oder den Rücken.
- Blickkontakt vermeiden: Einheimische pflegen oft den “Thousand-Yard Stare” oder schauen auf ihre Smartphones, um die persönliche Distanz in der Enge zu wahren. Starren gilt als aggressiv oder unhöflich.
Sicher Metro fahren in New York
Orientierung am Bahnsteig (Nachts & Off-Peak)
In den späten Abendstunden wirken die riesigen, oft menschenleeren Stationen manchmal einschüchternd.
- Der gelbe Bereich: Achte auf Schilder mit der Aufschrift “During off hours trains stop here” oder gelbe Markierungen an der Bahnsteigkante. Wenn du hier wartest, hält der Waggon des Zugführers (in der Mitte des Zuges) direkt vor dir.
- Safe Areas: Viele Stationen haben gelb markierte “Waiting Areas”, die oft videoüberwacht sind oder sich in der Nähe eines besetzten Schalters befinden.

Das richtige Verhalten im Waggon
- Fahrtbegleiter suchen: Wenn du dich unwohl fühlst, steige in den mittleren Wagen ein. Dort sitzt der Conductor (Schaffner), der die Türen bedient. Du erkennst den Wagen daran, dass der Schaffner bei der Einfahrt in die Station den Kopf aus dem Fenster streckt, um auf ein schwarz-weiß gestreiftes Schild am Bahnsteig zu zeigen.
- Waggon-Wechsel vermeiden: Gehe niemals während der Fahrt durch die Verbindungstüren zwischen den Waggons. Das ist in New York verboten, gefährlich und wird oft mit hohen Bußgeldern bestraft (außer im Notfall).
Wertsachen und „Street Smarts“
- Diskretion: Vermeide es, teure Kameras lose um den Hals zu tragen oder auffällig mit großen Geldscheinen zu hantieren.
- Smartphone-Sicherheit: Besonders an den Türen solltest du dein Handy fest im Griff haben. Ein klassischer Trickdiebstahl ist das “Snatching”, bei dem Diebe im Moment des Schließens der Türen Fahrgästen das Handy aus der Hand reißen und auf den Bahnsteig springen.
Hilfe im Notfall
- Blaue Lichtsäulen: In fast jeder Station gibt es „Help Point“-Säulen mit einem blauen Licht. Über den grünen Knopf erhältst du Informationen, über den roten Knopf wirst du sofort mit der Notrufzentrale verbunden.
- Personal: In den größeren Stationen patrouillieren Beamte der NYPD Transit Bureau. Zögere nicht, sie anzusprechen.
Die “Empty Car” Regel
Ein wichtiger Sicherheitshinweis für Touristen: Wenn zur Hauptverkehrszeit ein Zug einfährt und ein einzelner Waggon komplett leer ist, während alle anderen Wagen überfüllt sind, sollte man diesen Wagen meiden. In 99 % der Fälle gibt es einen Grund dafür – meist eine defekte Klimaanlage im Hochsommer oder eine extreme Geruchsbelästigung durch eine obdachlose Person oder biologische Abfälle. Vertrauen Sie dem Instinkt der New Yorker; wenn sie nicht in den Wagen gehen, sollten Sie es auch nicht tun.

Regionalbahnen: LIRR und Metro-North für Ausflüge
Für Touren außerhalb der Stadtgrenzen, etwa zum Wandern in das Hudson Valley (Metro-North) oder zu den Stränden von Long Island (LIRR), sind die Regionalbahnen ideal.
Die Preise bei LIRR und Metro-North sind nach Zonen gestaffelt und unterscheiden zwischen Peak (Hauptverkehrszeit) und Off-Peak.
- Peak: Wochentage morgens nach Manhattan, nachmittags aus Manhattan.
- Off-Peak: Alle anderen Zeiten sowie das gesamte Wochenende.
- Onboard Surcharge: Ein Ticket im Zug beim Schaffner zu kaufen, kostet einen Aufschlag von 8,00 $. Es ist dringend ratsam, die TrainTime App zu nutzen.

Seit 2026 ist das CityTicket für Fahrten innerhalb der Stadt (z. B. von Penn Station nach Flushing oder Jamaica) permanent eingeführt. Es kostet 7,25 $ in der Hauptverkehrszeit und 5,25 $ in der Nebenzeit, was oft eine schnellere und komfortablere Alternative zur Subway darstellt.
Schreibe einen Kommentar