Wer in Trois-Rivières Lust auf ein Bier hat, findet in der “Microbrasserie Le Temps d’une Pinte” genau den richtigen Ort. Diese Mischung aus Brauerei, Kaffeerösterei und erstklassigem Restaurant ist der perfekte Ort, um einen Tag in der Stadt gemütlich ausklingen zu lassen.
Eine Brauerei als Gemeinschaftsprojekt: Die Coop de travail
Die Geschichte der Brauerei startete im August 2013. Eine Gruppe von Handwerkern beschloss die alte Brautradition der Stadt wiederzubeleben.
Viele Mikrobrauereien werden als klassische Privatunternehmen gegründet. Nicht so in Trois-Rivières. Hier wählten die Initiatoren den Weg einer Arbeitergenossenschaft (Coop de travail). Das bedeutet, dass die Angestellten auch die Besitzer sind. So kommt es dass jeder, der dort arbeitet, ein echtes Interesse daran hat, dass das Bier und der Service perfekt sind. Und ganz ehrlich, das merkt man auch. Obwohl wir keine Tischreservierung hatten (und es war wirklich recht voll), fand man für uns einen gemütlichen Platz. Man gab sich viel Mühe alles auf englisch zu erklären und auf Nachfrage erhielten wir gute Tipps für ein Bier passend zu unserem Geschmack.

Industrie-Charme und Gemütlichkeit
Der Name “Le Temps d’une Pinte” steht für Gemütlichkeit. Die Gründer finden, dass es für jeden Moment im Leben das passende Bier gibt – und dass der Genuss einer Pinte erst durch gute Gesellschaft richtig komplett wird. Das Design der Brauerei erinnert an die alte Arbeiterwelt von Trois-Rivières: viel Holz, Industrie-Stil und eine Atmosphäre, die an die Fabriken von früher erinnert.
Wenn man die Brauerei betritt, sieht man sofort die offene Küche. Man kann den Köchen direkt dabei zusehen, wie sie das Essen zubereiten. Im Sommer gibt es eine sehr schöne Terrasse im hinteren Bereich, auf der man sein Bier im Freien genießen kann.

Die Braukunst: Wo Tradition auf Innovation trifft
Die Brauer bei “Le Temps d’une Pinte” beherrschen ihr Handwerk meisterhaft. Die Brauerei zeichnet sich dadurch aus, dass sie traditionelle europäische Verfahren mit nordamerikanischer Innovationskraft verbindet.
Ein Aspekt ist der Einsatz spezialisierter Anlagen, die über einen Zeitraum von drei Jahren entwickelt wurden, um maximale Kontrolle über komplexe chemische Prozesse zu gewährleisten.

Zwei Verfahren stehen im Zentrum der Braukunst:
- Dekoktion
Dieses klassische Verfahren, das vor allem in der tschechischen und deutschen Brautradition (z. B. bei Pilsner Urquell) angewendet wird, beinhaltet das Kochen eines Teils der Maische. Das führt zu einem intensiveren Malzaroma und einer intensiven Farbe des Bieres. - Karamellisierung
Inspiriert von englischen und belgischen Braustilen, legt die Brauerei großen Wert auf die Entwicklung von Karamellaromen während des Brauprozesses. Dies geschieht durch gezielte Hitzeeinwirkung im Kessel, was zu komplexen Noten von Toffee und Trockenfrüchten führt, ohne dass dabei übermäßig viel Restsüße im Bier verbleibt.
Unsere Empfehlungen: Welche Biere du probieren musst
Wenn du in Trois-Rivières Bier trinken gehst, bietet die Karte bei „Le Temps d’une Pinte“ für jeden Geschmack etwas an.

La Blanche des Ursulines
Das Witbier hat einen Alkoholgehalt von 6,4%. Es ist ein spritziges helles Weizenbier mit Orangen- und Koriandernoten. Es ist benannt nach den Gründerinnen von Trois-Rivières. Patrick hat dieses Bier getrunken und war sehr überrascht über das harmonische Zusammenspiel von Koriander und Orange. Ein süffiges Bier, dass toll in den Sommer passt
Long Nose
Das Tropical IPA riecht extrem fruchtig nach Mango und Ananas. Ich fand es hat wunderbar fruchtig geschmeckt und passte gut zu den sommerlichen Temperaturen.
L’Égoïne
Das West Coast IPA spricht Fans des kräftigen Hopfengeschmacks an. Mir war das Bier etwas zu kräftig im Geschmack, Patrick mochte das intensive Hopfenaroma sehr.
Supeminée
Das Tropical Sour , das mich sehr an eine Berliner Weisse erinnert hat. Das Sourbier schmeckte nach Erdbeere und war für mich eins der besten Sour-Biere seit langer Zeit.


Ratchet
Ein Irish Red Ale mit 5,2% Alkohol. Das rötliche Bier wird mit Stickstoff gezapft, eine Methode, die ich bislang noch nicht bewusst kennen gelernt habe. Ein Resultat dieser Methode, das Bier wird sehr cremig.
Le Torréfacteur
Liebhaber eines Souts werden dieses Bier lieben. Das dunkle Bier wird mit dem Kaffee aus der eigenen Rösterei gebraut und schmeckt sehr nach Kaffee und Schokolade.
Mehr als nur Hopfen: Kaffee und Honig vom Dach
Was Le Temps d’une Pinte wirklich besonders macht, sind die Extras:
- Eigene Kaffeerösterei: Unter dem Namen „Le Torréfacteur“ rösten sie ihren eigenen Kaffee. Man kann dort einen klassischen Espresso trinken oder Bohnen für zu Hause kaufen. Besonders beliebt ist der „Québécois“, ein Kaffee mit echtem Ahornsirup.
- Honig vom Dach: Auf dem Dach der Brauerei stehen Bienenstöcke. Den Honig verwenden sie direkt in der Küche oder brauen ihn sogar ins Bier ein.
Gourmet-Essen auf Bistronomie-Niveau
Im Le Temps d’une Pinte wird „Bistronomie“ großgeschrieben – also hochwertige Küche in entspannter Bistro-Atmosphäre. Der Küchenchef nutzt viele frische Zutaten aus der Region. Besonders beliebt sind:
- Le Malakoff: Ein Stück Baguette mit gebratenem regionalem Käse.
- Scotch Egg: Ein weichgekochtes Ei, das in Wurstbrät eingewickelt und dann knusprig frittiert wird. Passt perfekt zu einem IPA.
- Regionale Platten: Es gibt oft Platten mit Schinken und Käse von Bauern aus der Umgebung.

Adresse
1465 Rue Notre Dame Centre,
Trois-Rivières, QC G9A 4X4, Kanada
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