Liebevoll wird der Möhnesee von den Einheimischen auch das “Westfälische Meer” genannt. Als ich zum ersten Mal an seinem Ufer stehe, verstehe ich sofort warum. Mit seiner beeindruckenden Wasserfläche von über zehn Quadratkilometern wirkt der größte Stausee der Region fast wie ein kleines Meer.

Warum der Möhnesee das perfekte Ausflugsziel ist
Was diesen Ort für einen Tagesausflug so unglaublich reizvoll macht, ist die Abwechslung, die hier geboten wird. Hier findet man von imposanter Bauwerkskunst über dichte Wälder bis hin zu purem Naturgenuss einfach eine perfekte Mischung für viel Erholung.

Start am Nordufer: Der Seepark in Körbecke
Mein Tag am Möhnesee beginnt in Körbecke. Ein idealer Ausgangspunkt ist der Parkplatz in der Brückenstraße. Ein kleiner, aber wichtiger Tipp vorab: Denkt unbedingt daran, ein Parkticket zu ziehen (auch per App möglich), denn die zentrale Lage direkt am Wasser macht den Parkplatz zwar zum perfekten Startpunkt, er ist aber eben auch gebührenpflichtig.

Vom Parkplatz aus sind es nur wenige Schritte und man steht mitten im Seepark Körbecke. Dieses Areal ist das Herzstück des Nordufers am Möhnesee. Was mir hier besonders gefällt, ist die gelungene Mischung aus gepflegter Parkanlage und Freizeitoase. Während ich über die breiten Wege schlendere, passiere ich einen Spielplatz, entdecke Volleyballfelder und einen Skatepark. Es gibt auch eine Minigolfanlage und im Wasser dümpeln kleine Boote. Wer möchte, kann sich hier Tretboote und elektrische Motorboote ausleihen.


Mein Spaziergang führt mich weiter in Richtung der markanten Körbecker Fußgängerbrücke. Dieses Bauwerk ist eine wichtige Verbindung über den See.

Nach so viel frischer Seeluft meldet sich unweigerlich der Hunger. Für den perfekten kulinarischen Abschluss des Vormittags kehre ich zurück zum Seepark. Mein Ziel: ein Restaurant an den Seeterrassen. Es gibt kaum etwas Entspannenderes, als auf der Terrasse zu sitzen, während die Sonne auf dem Wasser glitzert und das Treiben im Park zu beobachten.
Wandern am Möhnesee: Vom Ufer hoch zum Möhnesee-Turm
Frisch gestärkt starte ich meine Nachmittagswanderung. Den Streckenverlauf kann man sehr gut auf der Karte erkennen.
Ich lasse den Trubel des Seeparks hinter mir und überquere die Körbecker Fußgängerbrücke. Hier spüre ich sofort die frische Brise, die hier oben auf dem Möhnesee ein bisschen kräftiger weht. In der Mitte der Brücke bleibe ich stehen und lasse den Blick schweifen. Was für ein großer See sich zu beiden Seiten erstreckt! Einige Segelboote fahren über das Wasser und die bewaldeten Hügel der Umgebung spiegeln sich im kühlen Nass. Mir gefällt der Blick und ich hätte noch ewig auf das glitzernde Wasser schauen können.


Mein Ziel ist jedoch die andere Uferseite. Genau hier beginnt der Naturpark Arnsberger Wald. Mein Plan für den Nachmittag ist eine Wanderung hinauf zum Möhnesee-Turm, um mir die Landschaft einmal aus der Vogelperspektive anzusehen.


Das Schöne an dieser Tour ist, dass es verschiedene Routen gibt, sodass jeder in seinem eigenen Tempo wandern kann. Für den Hinweg entscheide ich mich für die gemütlichere Variante. Dieser Weg schlängelt sich in weiten Kurven mit einem sehr sanften Anstieg durch den Wald. Was mir auf dieser Strecke besonders positiv auffällt, sind die liebevoll gestalteten Infostationen zum Thema Natur, die immer wieder am Wegesrand auftauchen. Hier wird die heimische Flora und Fauna für Kinder (und Erwachsene) spielerisch greifbar gemacht.

Nach einer Weile lichtet sich das Grün und der imposante Möhnesee-Turm ragt vor mir in den Himmel. Der Zugang zum Turm ist völlig kostenlos. Bevor es jedoch an den Aufstieg geht, hier ein wichtiger Hinweis aus eigener Erfahrung: Die Treppenstruktur des Turms besteht nicht aus geschlossenen Stufen, sondern aus offenen Metall-Gitterrosten – genau wie die Aussichtsplattform. Wer also nicht ganz schwindelfrei ist, sollte den Blick beim Gehen lieber stur nach oben oder geradeaus richten, da man durch die Stufen direkt in die Tiefe schaut. Auch für Ausflügler mit Hunden am Möhnesee ist das wichtig zu wissen, da nicht jeder Vierbeiner diese Untergründe mag.

Hat man die über 200 Stufen aber erst einmal bezwungen, ist jede noch so weiche Kniekehle sofort vergessen. Der Ausblick von der Plattform ist schlichtweg phänomenal. Das gesamte “Westfälische Meer” liegt einem in seiner vollen Pracht zu Füßen. Von hier oben kann man die verzweigte Uferlandschaft perfekt überblicken, die winzig wirkenden Boote beobachten und weit über das Wasser bis zum Horizont schauen.


Für den Abstieg zurück ans Ufer wähle ich eine andere Variante. Statt der sanften Serpentinen des Hinwegs nehme ich nun die direktere Route. Dieser Pfad führt deutlich steiler bergab. Er fordert die Waden ein bisschen mehr, bringt mich dafür aber auf dem schnellsten Weg direkt wieder hinunter zur Brücke und rundet den Ausflug als abwechslungsreiche kleine Rundwanderung wunderbar ab.
Kulinarischer Abschluss: Regionale Küche am Möhnesee
Nach der Wanderung lasse ich den Tag gemütlich ausklingen. Dafür zieht es mich zurück an das Nordufer nach Körbecke, genauer gesagt in das Restaurant Pfeffermühle am See.

Die „Pfeffermühle“ hat sich voll und ganz der frischen, regionalen und nachhaltigen Küche verschrieben. Wer nach dem Essen noch etwas Platz hat oder einfach auf den gelungenen Tag anstoßen möchte, sollte unbedingt einen Blick in die Getränkekarte werfen. Neben ausgewählten Weinen und Cocktails finden sich hier auch hochprozentige, regionale Schätze wie der “Sauerländer Mirabellentraum” oder ein Edelbrand von der heimischen Streuobstwiese.

Mein Tipp: Einen Platz auf der großen, einladenden Außenterrasse auswählen! Der Blick von hier ist schlichtweg fantastisch. Die Abendsonne taucht das Wasser in ein warmes, goldenes Licht. Ein gelungener und wirklich wunderschöner Tag am Möhnesee.
Was kann man noch unternehmen?
Wie wäre es mit einer Möhneseeschifffahrt? Mit einen elektrisch betriebenen Schiff geht es gemütlich über den See. Ein Highlight hier: Zu bestimmten Zeiten ist es möglich in Körbecke in ein kleines Shuttleboot zu steigen. Dieses dockt dann mitten auf dem See an das „richtige“ Schiff an und die Fahrt geht dann weiter.

Wer gerne Fahrrad fährt kann eine Tour auf dem MöhnetalRadeweg rund um den See unternehmen. Die Strecke ist ausgeschildert und führt an tollen Fotospots vorbei. Eine andere schöne Tour nennt sich „Triovelo“ und führt vom Möhnesee über Bad Sassendorf nach Soest. Die Strecke ist 46 km lang und natürlich auch gut ausgeschildert.
Natürlich werden auch einige öffentliche Gästeführungen am Möhnesee angeboten. Das Angebot ist vielseitig und bietet von geführten Wanderungen, Waldbaden bis hin zum Einblick in die Staumauer des Sees für jeden etwas an. Die genauen Termin erfährt man direkt in der Touristinformation oder auf der Webseite.
Reiseinformationen
Anreise zum Möhnesee
Mit dem Auto aus dem Ruhrgebiet / Rheinland:
Die Anreise erfolgt über die A44 (Dortmund – Kassel). Am besten die Abfahrt Soest oder Möhnesee nehmen. Von dort sind es über die B229 nur noch rund 10 bis 15 Minuten.
Mit dem Auto aus dem südlichen Sauerland:
Hier bietet sich die A46 an. An der Abfahrt Arnsberg-Ost abfahren und der Beschilderung in Richtung Möhnesee folgen.
Mit der Bahn:
Der zentrale Zielbahnhof ist das nahegelegene Soest. Hier halten regelmäßig Regionalzüge (RE) aus großen Knotenpunkten wie Dortmund, Münster oder Hamm.
Mit dem Bus:
Direkt vom Soester Bahnhofsvorplatz starten die Buslinien R49 und R54 in Richtung See.
Parken am Möhnesee
Rund um den See gibt es zahlreiche, gut ausgeschilderte Parkmöglichkeiten. Ein wichtiger Hinweis für die Planung: Fast alle seenahen und zentralen Plätze sind gebührenpflichtig.
Ein persönlicher Tipp: Lade dir vorab eine Park-App wie “EasyPark” oder “moBiLET” auf dein Smartphone, um dir die Suche nach Kleingeld zu ersparen.
Der Besuch am Möhnesee fand im Rahmen einer Blogger-Reise mit Unterstützung von Wirtschafts- und Tourismus GmbH Möhnesee, Tagungs- und Kongresszentrum Bad Sassendorf GmbH und Wirtschaft und Marketing
Soest GmbH statt. Vielen Dank auch an Tanja für ihre Organisation.
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