Wenn der Alltag stressig wird, der Terminkalender überquillt und die Schultern spürbar verspannen, sehnen sich Körper und Geist nach einem Ort der absoluten Regeneration. Genau diesen Rückzugsort habe ich im Herzen Westfalens gefunden: in der Börde Therme Bad Sassendorf.

Direkt am weitläufigen, liebevoll gepflegten Kurpark gelegen, verbindet dieses Thermalbad die uralte, natürliche Heilkraft der Sole mit einer modernen, vielfältigen Saunalandschaft.
Von der Salzpfanne zum Spa-Paradies: Eine Reise durch die Zeit
Die entspannende Wirkung, die wir heute in den warmen Becken der Börde Therme genießen, hat eine lange Tradition. Die Geschichte des Bades ist untrennbar mit dem “weißen Gold” der Region verbunden. Bereits seit dem 12. Jahrhundert ist belegt, dass in Sassendorf (damals noch ohne das Prädikat “Bad”) das salzhaltige Quellwasser aus der Erde gefördert wurde, um in aufwendiger Arbeit kostbares Salz zu sieden. Die Salzgewinnung verhalf dem kleinen Ort einst zu viel Geld und Ansehen in der Region.
Der Wandel vom geschäftigen Industriestandort zum Ort der Heilung begann im frühen 19. Jahrhundert. Die Anfänge des Kurbetriebs waren dabei wunderbar pragmatisch: Einfache Holzbadewannen dienten als erste Grundlage für die von Gicht- und Rheumageplagten aufgesuchten Anwendungen.

Der Grundstein für die moderne Thermenkultur wurde allerdings erst viel später gelegt: Das erste Kurmittelhaus der Region entstand 1963 und verfügte bereits über ein eigenes Sole-Bewegungsbad. 1976 war schließlich das Geburtsjahr des eigentlichen Badebereichs der heutigen Therme. Mit einem Innenbecken, einem ersten Außenbecken sowie einem kleinen Saunagebäude wurde der Grundstein für ein echtes Wellness-Erlebnis gelegt. Im Laufe der Jahre hat man das Bad und den Saunabereich den Wünschen und Anforderungen der Nutzer immer wieder angepasst. Im August 2020 wurde die Börde Therme, so wie man sie heute erleben kann eingeweiht.

Heiß & heilsam: Meine Entdeckungsreise durch die Saunalandschaft
Durch einen separaten Eingang gelange ich in den großzügigen, textilfreien Saunabereich. Es gibt die Möglichkeit verschiedene Saunen zu nutzen. Einige befinden sich noch im Hauptgebäude, andere liegen im Außengelände der Anlage.

Nach einem kleinen Rundgang stehen meine persönlichen Favoriten schnell fest:
Siedehütte (90 °C)
Das absolute Herzstück für echte Sauna-Fans. Fünf Minuten vor jedem stündlichen Aufguss ruft die historische Glocke “Alfons” die Gäste zusammen. In der geräumigen Holzkabine, die Platz für 60 bis 70 Personen bietet, zelebrieren die Saunameisterinnen und Saunameister ihre kreativen und abwechslungsreichen Erlebnisaufgüsse.
Panoramasauna (70 °C)
Wer beim Schwitzen den Blick in die Weite schweifen lassen möchte, ist hier genau richtig. Bei angenehmen 70 °C und einem großzügigen Platzangebot für bis zu 70 Personen werden hier zu festgelegten Zeiten wundervolle Duftreisen und beruhigende Klangschalenmeditationen angeboten.

Salz-Stollen-Sauna (80 – 85 °C)
Diese weitläufige Sauna ist einem echten Salzstollen nachempfunden. Die Wände bestehen aus naturbelassenem Keloholz und rückwärtig illuminierten Salzsteinen. Die Wärme setzt durch Ionisierung wertvolle Stoffe aus dem Salz frei, was für ein besonders heilsames Raumklima sorgt – perfekt, um tief durchzuatmen.

Gradierwerksauna (80 °C)
Ein echtes Unikat in Deutschland! Die Wände sind aus massivem Eichenholz gefertigt und stilecht dekoriert. Ein besonderes Highlight ist die farblich abgestimmte Lichtanimation, die im 15-Minuten-Takt ein faszinierendes Tag-und-Nacht-Szenario an die Wände zaubert. Ein intensives und optisch beeindruckendes Erlebnis für ca. 15 bis 20 Personen.
Nach dem Saunagang ist natürlich etwas Ruhe und Entspannung angesagt. Bei gutem Wetter kann man dafür die Liegen im Freigelände nutzen. Mein persönlicher Geheimtipp ist jedoch der Ruheraum im Gradierwerk. In den leicht schaukelnden Schwebeliegen hätte ich stundenlang dösen können.

Eintauchen und Loslassen: Die magische Wirkung der Natursole
Das Herzstück der Anlage ist die hauseigene Natursole, die aus den Tiefen der Erde gewonnen wird. Sole ist ein echtes Wundermittel der Natur. Sie entlastet die Gelenke, fördert die Durchblutung und stärkt den Säureschutzmantel der Haut. Die Temperatur der Solebecken ist exakt so abgestimmt, dass der Körper weder friert noch überhitzt, sondern direkt in den idealen Ruhezustand übergeht.

In der Börde Therme gibt es mehrere Solebecken. Das großzügiges Becken im Innenbereich ist mit Sprudelliegen und Massagedüsen ausgestattet. Wie in fast allen anderen Becken beträgt die Wassertemperatur 33 Grad und der Salzgehalt liegt bei 3%. Zusätzlich befinden sich im Außenbereich weitere Schwimmbecken. Aufgrund der Wassertemperatur ist hier das Schwimmen selbst bei kalten Außentemperaturen wunderbar möglich.

Mich zog es schnell in eins der Solebecken im Außenbereich. Das Wasser plätscherte aus den Düsen ins Becken und ich schwamm gemütlich einige Züge durch das Becken. Das ist für mich Erholung pur!

Schwerelosigkeit spüren: Mein Highlight im Schwebebecken
Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist das Schwebebecken im Saunagarten. Hier liegt der Solegehalt bei satten 12 bis 15 %, die Wassertemperatur beträgt wohlige 33 °C. Vorsichtig steige ich die wenigen Stufen in das Becken hinab. Das Wasser kribbelt leicht auf der Haut – ein Zeichen für die hohe Mineralstoffkonzentration.

Als ich die Füße vom Boden hebe, passiert das Magische: Ich beginne zu schweben. Durch den enormen Auftrieb der Sole verhält sich der Körper ähnlich wie im Toten Meer. Ich treibe fast schwerelos auf der Wasseroberfläche. Der Druck weicht komplett aus der Wirbelsäule, die Ohren tauchen leicht unter Wasser und die Welt um mich herum wird wunderbar still. Was für ein unbeschreiblich Gefühl!
Rundum versorgt: Gesundheit, Spa und Gaumenfreuden
Neben Sauna und Sole bietet die Börde Therme ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, das den Urlaubstag perfekt abrundet:
Meersalzgrotte: Ein Raum, dessen Wände und Boden mit Meersalz bedeckt sind. Bei angenehmen Temperaturen und sanfter Beleuchtung inhalieren Sie die salzhaltige Luft – ein Kurzurlaub am Meer für Ihre Atemwege.

Wellness & Spa-Anwendungen: Das Massage-Portfolio reicht von der klassischen Rückenmassage über Lymphdrainagen bis hin zu speziellen Heißluftanwendungen und wohltuendem “Moorkneten”, das besonders bei Gelenkbeschwerden lindernd wirkt.

Aktivbecken (innen): Die Wassertemperatur liegt hier bei etwa 31 Grad, ideal für Wassergymnastik und leichte sportliche Betätigung.
Gastronomie: Das “Café Sole” versorgt Sie während Ihres Aufenthalts mit leichten, gesunden Snacks und erfrischenden Getränken.

Besucherinformationen
Adresse
Gartenstraße 26,
59505 Bad Sassendorf
Anfahrt
mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Buslinien R81 und R49
Zu Fuß
Vom Bahnhof aus ist die Therme in einem kurzen Fußweg erreichbar.
Parkplätze
Direkt vor der Therme (Gartenstraße 27) sowie in unmittelbarer Nähe stehen große, kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Auch ein Busparkplatz ist vorhanden.
FAQ
Muss ich Handtücher und Bademantel selbst mitbringen?
Sie können Ihre eigenen Textilien mitbringen oder den bequemen kostenpflichtigen Leihservice vor Ort nutzen.
Was passiert, wenn ich länger bleibe als mein Tarif erlaubt?
Wenn Sie die gebuchte Zeit überschreiten, ist das kein Problem. Es wird beim Verlassen der Anlage lediglich eine Nachzahlgebühr fällig (ca. 15,00 Euro für das Bad und 21,00 Euro für die Sauna).
Der Besuch in der Börde Therme Bad Sassendorf fand im Rahmen einer Bloggerreise mit Wirtschafts- und Tourismus GmbH Möhnesee, Tagungs- und Kongresszentrum Bad Sassendorf GmbH und Wirtschaft und Marketing
Soest GmbH statt. Vielen Dank auch an Tanja für ihre Organisation.
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