Das Orientarium in Łódź ist kein Zoo im klassischen, altbackenen Sinn. Das Orientarium Zoo Łódź gehört zu den modernsten und beeindruckendsten zoologischen Gärten Europas. Die im April 2022 eröffnete Anlage stellt die größte Investition in der Geschichte des Zoos dar und widmet sich auf einer Fläche von rund 33.000 Quadratmetern (was etwa zehn Fußballfeldern entspricht) ganz der vielfältigen Flora und Fauna Südostasiens.
Nicht nur mit Kindern lohnt sich der Ausflug in diese tropische Welt, auch wir waren restlos begeistert und haben den Rundgang durch die vier großen Biotop-Zonen (Celebes, Sundainseln, Indien und Bengalen) sehr genossen.

Wir kamen kurz nach der morgendlichen Öffnung am Eingang des Geländes an. Ein schneller Blick auf den Geländeplan verriet uns die Lage unserer ersten Station. Wir wollten direkt zum berühmten Ozeanbereich und das möglichst, bevor große Besuchergruppen dort eintrafen.
Die Highlights des Orientariums
Der Unterwassertunnel: Auf dem Meeresgrund
Der Unterwassertunnel ist ein 26 Meter langer Acryltunnel, der durch ein riesiges Hai- und Rochenbecken führt. Er befindet sich im Herzstück des Zoos im Orientarium. Insgesamt verteilen sich im Ozeanbereich rund drei Millionen Liter Wasser auf sieben riesige Becken, in denen über 1.300 Meeresbewohner leben.

Wir waren glücklicherweise früh genug vor Ort. Es waren nur zwei Mitarbeiter anwesend, von denen einer zwei Taucher “bewachte”, die gerade im Haibecken mit der Reinigung des Bodens beschäftigt waren. Die Haie sahen zwar friedlich aus, aber ich kann den wachsamen Blick sehr verstehen. Ich war auf jeden Fall froh, dass die Raubfische hinter dickem Glas waren.

Der Weg durch den langen Acryltunnel wirkte auf mich fast schon hypnotisierend. Ich lief quasi über den Meeresgrund, während über meinem Kopf hinweg majestätische Gitarrenrochen und Adlerrochen wie riesige Unterwasservögel vorbeischwammen. Schwarzspitzen-Riffhaie und Sandbankhaie drehen ihre Runden. Das Licht bricht sich tanzend im Wasser und hüllt den gesamten Tunnel in eine fast meditative Atmosphäre.

Nach einer Weile bemerkte ich, dass der Komplex geschickt unterteilt ist. Das majestätische Haibecken auf der einen Seite und ein extrem farbenfrohes Korallenriff-Becken auf der anderen. Auch wenn ich die großen Meeresraubtiere wirklich beeindruckend fand, haben es mir die quirligen, bunten Riff-Fische fast noch mehr angetan. Ständig entdeckte ich in den Korallen etwas Neues.


Mein Tipp: Der Unterwassertunnel ist kein Ort, durch den man einfach hindurchlaufen sollte. Hier sollte man stehen bleiben und einfach beobachten und genießen. Am Ende des Tunnels haben wir eine ebenerdige riesige Scheibe entdeckt vor der einige Liegestühle standen. Ich habe hier einige Zeit gesessen und den Blick genossen.

Die Indischen Elefanten: Ein besonderes Spektakel
Das Orientarium hat noch viel mehr zu bieten, und so begaben wir uns nach den Meereswelten in die Zone der Sundainseln. Sehr interessant fand ich die Möglichkeit, über einen erhöhten Galeriegang von oben einen faszinierenden Blick in die verschiedenen Areale werfen zu können.

Ein besonderes Spektakel ist das tägliche Elefantenbad (meist vormittags gegen 11:00 Uhr). Durch riesige, bis zum Boden reichende Panoramascheiben können Besucher auf Augenhöhe beobachten, wie die Dickhäuter tauchen und geradezu ausgelassen im Wasser spielen. Prominentester Bewohner ist ein gigantischer Elefantenbulle, der an seinem einzelnen Stoßzahn leicht zu erkennen ist.
Leider haben wir dieses Spektakel zeitlich nicht mehr erleben können. Die Elefanten waren auch gerade nicht im Gebäude. Wir entdeckten sie später im großen Freigelände, wo sie etwas versteckt stehend die Sonne genossen.
Die Affeninseln & weitere exotische Tiere
Die Affeninseln in der Zone “Celebes” ist eindeutig ein Höhepunkt. Makaken, Languren und Sumatra-Orang-Utans bewegen sich hier in weitläufigen, naturnah und offen gestalteten Arealen. Die tierischen Bewohner haben sichtlich viel Platz zum Klettern und Spielen.

Neben den Affen gibt es im Gebäude weitere spannende Exoten zu entdecken: Wir sahen verspielte Malaienbären (Sonnenbären) und trafen auf ein 5 Metern Länge größte Gavialkrokodil (Pseudogavial), das furchteinflößend am Ufer seines Beckens ruhte.
Neu seit 2026: Das größte Schmetterlingshaus Polens
Seit dem Frühjahr 2026 beherbergt das Orientarium in einem spektakulär umgebauten, verglasten Verbindungsgang das größte Schmetterlingshaus Polens. In dieser neu geschaffenen, tropischen Oase kann man hunderte exotische Falter aus nächster Nähe bewundern. Bei unserem Besuch flogen uns die bunten Schmetterlinge in einem kleineren Gangbereich bereits entgegen. Der absolute Hauptbereich war an diesem frühen Morgen leider noch kurzfristig geschlossen, aber schon die wenigen flatternden Schönheiten, die wir sehen konnten, machten Lust auf mehr.

Das Außengelände & das Nachttierhaus
Nach dem ausgiebigen Rundgang durch das konstant 28 Grad warme Orientarium zog es uns ins weitläufige Außengelände des insgesamt 16 Hektar großen Zoos. Da es noch recht früh am Tag war, waren einige Tiere noch in ihren Innengehegen und die Tierpfleger säuberten eifrig die Anlagen. Dennoch gab es unglaublich viel zu sehen!

Die Asiatischen Trampeltiere (leicht an den zwei Höckern zu erkennen) waren bereits auf ihrer Anlage und genossen die ersten Sonnenstrahlen. Auch die Netzgiraffen ließen es sich gut gehen und frühstückten gemütlich im Freien. Etwas versteckt im Blattwerk eines Baumes entdeckten wir zudem einen Roten Panda. Anfangs war er kaum auszumachen, kam dann aber neugierig hervor und kletterte geschickt über die Äste..


Einem Wegweiser folgend kamen wir zu einem großen Wasserbecken, in dem sich die Pinguine tummelten. Sie sprangen immer wieder ins Wasser, schwammen einige pfeilschnelle Runden und kehrten dann zurück auf den warmen Felsen.


Ganz zum Schluss habe ich noch das Nachtierhaus und dort eins meiner Lieblingstiere entdeckt. Das glubschäugige Bengalische Plumplori begeistert mich schon eine gefühlte Ewigkeit und es bildete den könenden Abschluss unseres Besuches.
Ein perfektes Ausflugsziel für Familien mit Kindern
Der Zoo in Łódź ist extrem kinderfreundlich gestaltet. Wir haben einige Kindergruppen beobachtet, die von speziellen Zoo-Guides begleitet wurden und exklusive Einblicke hinter die Kulissen bekamen. Im Außengelände entdeckten wir liebevoll gestaltete Stempelstationen, an denen kleine Entdecker ihren Rundgang spielerisch dokumentieren konnten. Zahlreiche moderne Spielplätze, vor allem in unmittelbarer Nähe zum riesigen Streetfood-Bereich, laden zum Toben und Verweilen ein.

Besucherinformationen
Adresse
ul. Konstantynowska 8/10,
94-303 Łódź, Polen
Anfahrt
Mit dem Auto
Über die Autobahnen A1 (Nord-Süd) und A2 (West-Ost) ist die Stadt bestens zu erreichen
Mit dem Zug
Der Bahnhof Łódź Kaliska liegt dem Zoo am nächsten. Von hier aus bist du zu Fuß in etwa 20 Minuten am Orientarium.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (vor Ort)
Buslinien 80A, 80B und 80C halten fast direkt vor der Tür an der Haltestelle Zoo Orientarium.
Parken
Die Parkplätze direkt am Zoo sind schnell besetzt. Es gibt ausgewiesene und teils sehr günstige Großparkplätze in direkter Nähe, etwa an der Atlas Arena oder am Aquapark Fala. Von dort aus führt 10- bis 15-minütiger Spaziergang durch den Park direkt zum Haupteingang.
Öffnungszeiten
täglich ab 9Uhr
Die Schließzeiten variieren je nach Saison (17:00 Uhr im Winterhalbjahr und 19:00 Uhr im Sommerhalbjahr).
Eintrittspreise
Reguläres Einzelticket: 80 PLN
Kinder unter 3 Jahren haben freien Eintritt.
Barrierefreiheit
Das Orientarium und weite Teile des gesamten Zoogeländes in Łódź wurden komplett neu konzipiert. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass wirklich für jeden Gast uneingeschränkt zugänglich ist.
Das gesamte Orientarium-Gebäude kommt völlig ohne störende Barrieren aus. Anstelle von Treppen verbinden sanft ansteigende, extrabreite Rampen und geräumige Aufzüge die verschiedenen Ebenen (wie etwa den Weg hinab in den Unterwassertunnel). Im Außenbereich des Zoos sind die Hauptwege befestigt und überwiegend schwellenfrei.
Die Panoramascheiben (zum Beispiel am Elefantenbecken oder im Hai-Tunnel) reichen direkt auf den Boden. So haben Rollstuhlfahrer und kleine Kinder aus jeder Position heraus einen perfekten und uneingeschränkten Blick auf die Tiere.
Der Zoo bietet für Gäste mit eingeschränkter Mobilität kostenlos hauseigene Leihrollstühle an. (Tipp: Da die Anzahl begrenzt ist, lohnt es sich, vorab per Mail oder telefonisch nach einer Reservierung für den Besuchstag zu fragen).
Sowohl im Orientarium-Pavillon als auch an zentralen Punkten auf dem Zoogelände gibt es speziell angepasste und großzügig geschnittene Toiletten.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?
Für das Orientarium selbst benötigen die meisten Besucher etwa 2 bis 3 Stunden. Wenn du auch den restlichen Teil des weitläufigen Zoos ausgiebig erkunden möchtest, solltest du mindestens 4 bis 6 Stunden einplanen. Ein ganzer Tagesausflug lohnt sich definitiv.
Dürfen Hunde mit in den Zoo genommen werden?
Nein. Zum Schutz der Zootiere und aus Quarantänegründen sind Hunde (und andere Haustiere) auf dem gesamten Gelände nicht gestattet. Eine Ausnahme bilden lediglich offiziell gekennzeichnete Assistenzhunde.
Gibt es Möglichkeiten zur Verpflegung?
Im Orientarium gibt es einen großen Food-Court, der von Sushi und asiatischen Gerichten bis hin zu Crêpes, Burgern und Kaffee alles bietet. Auch im Außenbereich des Zoos stehen besonders in der Hauptsaison diverse Snack-Stände zur Verfügung.
Muss ich Tickets im Voraus buchen?
Es ist nicht zwingend erforderlich, aber an Wochenenden, Feiertagen und in den Sommerferien stark zu empfehlen, um lange Wartezeiten an den Kassen zu vermeiden. Ein gekauftes Ticket beinhaltet immer den Zugang zum gesamten Zoo inklusive des Orientariums.
Der Besuch in Łódź fand in Zusammenarbeit mit Łódzka Organizacja Turystyczna statt.
Veröffentlicht: 16. August 2026
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