Als wir unsere Reise in die polnische Textilmetropole Łódź planten, wussten wir bereits, dass uns eine faszinierende Stadt mit rauer Industrie-Geschichte erwartet. Doch was uns wirklich überrascht und begeistert hat, war die unglaublich vielfältige und moderne kulinarische Szene! Zwischen alten Backsteinfabriken und stylischen Atriums verstecken sich wahre Food-Perlen, die jeden Städtetrip unvergesslich machen.
Wir stellen hier unserer persönlichen Genussreise von süßen Kuchenträumen am Nachmittag über deftiges Streetfood bis hin zu gemütlichen Abenden in hippen Post-Industrial-Restaurants vor.
Der perfekte Start in den Tag: Kaffee & Süßes
Nach einem ausgiebigen Sightseeing-Vormittag gibt es für uns nichts Schöneres, als in gemütliche Cafés einzukehren und die Seele (und den Magen) baumeln zu lassen.
Montag Bistro & Deli – Ein süßer Kuchentraum
Kennt ihr dieses unbändige Verlangen nach Kaffee und Kuchen nach stundenlangem Laufen? Genau so erging es uns, als wir das Montag Bistro & Deli entdeckten.
Ein Merkmal des Restaurants ist die Kunst an den Wänden. Es handelt sich bei den gerahmten Bildern um originale Ölgemälde, die für die Verfilmung des Romans “Chłopi” (Die Bauern) verwendet wurden.

Der Gastraum hat einen modernen, aber sehr gemütlichen Charakter. Die Wände sind in einer rauen, grauen Betonoptik gehalten. Entlang der Wände ziehen sich lange Bänke aus hellem Holz. Davor stehen Holztische mit modernen Schalenstühlen in sanften Pastellfarben. Kissen sorgen für zusätzliche Gemütlichkeit.

Das Montag ist bekannt für herausragendes Frühstück, hausgemachtes Sauerteigbrot, Croissants, Sandwiches, Specialty Coffee und leichte Mittagsgerichte. Der Blick in die prall gefüllte Kuchentheke war unser Untergang und zwar im positivsten Sinne!

Meine Wahl fiel auf ein Stück eines sommerlichen Kuchens mit einer großzügige, dicke Schicht einer weißen Creme, die üppig mit frischen, geschnittenen Erdbeeren belegt war. Patricks wählte ein Stück der Meringue-Torte. Es bestand aus dicken, rustikalen Baiserschichten, welche leicht mit Kakaopulver bestäubt wurden. Dazwischen liegt eine sehr dicke Schicht einer reichhaltigen Creme, in die vereinzelt dunkle Schokolade eingearbeitet sind.

Es war ein mächtiger und süßer Kuchentraum und eine erholsame Pause.
Adresse
Piotrkowska 78,
90-102 Łódź, Polen
Szykier Coffee & Bistro: Entspannte Bohème-Atmosphäre
Ein weiterer Favorit für eine entspannte Nachmittagspause ist das Szykier Coffee & Bistro, in das wir uns nach ein paar Museumsbesuchen zurückzogen. Die Atmosphäre hier versprüht einen wunderbaren Bohème-Vibe. An den Wänden hängen gerahmte Theaterplakate, unter anderem vom lokalen “Festiwal Sztuk Przyjemnych i Nieprzyjemnych”. Die Einrichtung ist ein stilvoller Mix aus modernen und gemütlichen Elementen. An kleinen, schwarzen runden Tischen stehen schlichte schwarze Stühle, ergänzt durch markante Loungemöbel. Besonders der riesige graue Ohrensessel hat es uns angetan.

Wir haben Kaffee und zwei Stücke Käsekuchen bestellt. Einer kam ganz klassisch und leicht gebräunt daher, der andere war ein kleines optisches Highlight mit heller Glasur und getrockneten Blütenblättern. Auch wenn sie uns geschmacklich nicht komplett umgehauen haben, ist das Szykier für eine kleine, stilvolle Auszeit absolut zu empfehlen!

Adresse
Północna 1/3,
91-420 Łódź, Polen
Für zwischendurch: Streetfood & Erfrischung
Wer viel entdeckt, braucht schnelle Energie. Und in Łódź wird selbst der kleine Snack zwischendurch zum Erlebnis.
Zapieksa (Zapiekanki) – Der polnische Streetfood-Klassiker
Streetfood gehört für uns zu jeder Stadtbesichtigung dazu. Wir haben uns für den absoluten Klassiker des polnischen Streetfoods entschieden: Zapiekanki!

Zapiekanki sind große, knusprig überbackene Baguette-Hälften, die unterschiedlich belegt werden. Nach kurzem Aufbacken im Ofen sind sie fertig zum Essen.
Auf dem ersten Baguette wählten wir als Basis eine rote Sauce und Pilze, die reichlich mit geschmolzenem Käse überbacken waren. Das optische Highlight ist ein dichtes Zickzack-Muster aus einer weißen Knoblauchsauce , das sich über die gesamte Länge zieht. Das zweite Zapiekanka, war mit Käse und Fleischaufschnitt belegt.

Das Beste daran war die Location: Wir genossen unser Baguette entspannt an rustikalen Palettentischen direkt vor dem Foodtruck. Im Hintergrund thronte ein gigantisches historisches Backsteingebäude mit hunderten Fabrikfenstern. Echtes Łódź-Feeling unter freiem Himmel!
Adresse
Piotrkowska 242/250,
90-001 Łódź, Polen
Milk Lodowe Bistro Nawrot – Handwerklich gemachtes Eis
Unser Tipp für hervorragendes Eis in Łódź. In einer ruhigeren Seitenstraße, nur wenige Schritte von der belebten Piotrkowska entfernt entdeckten wir Milk Lodowe Bistro Nawrot.

In einer modernen Edelstahltresen-Anlage befindet sich das Eis in runden, in die Theke eingelassenen Metallbehältern. Zum Glück verriet die zweisprachige Beschilderung der Eissorten das Angebot. Das Eis wird in unterschiedlich großen Portionsgrößen verkauft. Wir wählten die kleinste Bechergröße, in der zwei verschiedene Eissorten portioniert werden können.

Ich habe mich zwei Sorten des handwerklich hergestelltes Eis entschieden: “Griechischer Joghurt mit Orangensauce und Pistazien-Crumble” und “Salzige Röstkokosnuss mit pikanter Aprikose”. Ich habe die Hauptkomponenten doch wirklich gut herausgeschmeckt. Super lecker und es war fast schon schade, dass ich nicht noch mehr probiert habe.
Adresse
Nawrot 15,
90-057 Łódź, Polen
Abendessen: Von Industrial-Chic bis zur Brauhaus-Kultur
Die Abende in Łódź haben uns kulinarisch vollends überzeugt. Hier trifft historische Architektur auf moderne, kreative Küchenkonzepte.
Spółdzielnia – Industrial-Chic & Fusion-Food
Das Spółdzielnia hat uns sofort in seinen Bann gezogen. Es liegt im “OFF Piotrkowska Center”, dem kreativen Hotspot der Stadt auf einem ehemaligen Fabrikgelände. Das Restaurant ist ein Paradebeispiel dafür, wie genial man historische Industriearchitektur nutzen kann: Unverputzte rote Backsteinwände, dicke silberne Lüftungsrohre an der Decke und riesige Fabrikfenster sorgen für einen rauen, aber unfassbar gemütlichen Post-Industrial-Chic.


Wir hatten an diesem Tag Lust auf eine Kombination aus italienisch inspiriertem Food und einem frischen, asiatisch angehauchten Salat. Patrick wählte eine große, knusprig gebackene Pizza. Sie war üppig belegt mit einer hellen Käsebasis, roten Zwiebelringen, karamellisierten Walnüssen und einem großen Berg frischem Rucola.


Meine Wahl fiel auf einen asiatischer Salat. In einer großen grauen Schale wurde ein leuchtend bunter Salat serviert. Er besteht aus fein geschnittenen Karotten, Gurken, roten Zwiebeln und viel frischem Koriander. Der Salat ist großzügig mit gerösteten Sesamsamen und Erdnüssen bestreut und wird mit einigen Scheiben hellem Brot gereicht.
Unsere Bierwahl fiel auf das “Miłosław Pszeniczne”, ein trübes, goldgelbes polnisches Weizenbier der Brauerei Browar Fortuna.

Adresse
Piotrkowska 138/140,
90-062 Łódź, Polen
Imber – Moderne jüdische Küche in buntem Ambiente
Richtig spannend wurde es im Imber, das idyllisch in einem ruhigen Hinterhof liegt. Hier wird aschkenasisch-jüdische und regionale Łódzer Küche serviert.

Der Innenraum ist extrem lebhaft und mutig gestaltet, was Farben und Muster angeht. Die Wände sind teilweise leuchtend orange gestrichen, während der untere Bereich an manchen Stellen mit blau-weißen Blockstreifen versehen ist. Eine komplette Wand ist mit einem großflächigen Wandbild im Stil einer alten polnischen Zeitungsoberfläche versehen, welche die Geschichte der Łódzer Fabrikanten aufgreift. Die Möblierung ist eher rustikal, bestehend aus einfachen Holztischen, massiven Holzstühlen und Sitzbänken.


Wir waren sehr gespannt auf die Speisekarte und wählten zuerst ein Bier aus. Das “Piwo Imber” ist das Hausbier des Restaurants, ein helles, untergäriges Bier mit 5 % Alkohol, das eine feine Kräuterbitterkeit aufweist und sehr süffig war.
Unsere Essensauswahl fiel auf zwei unterschiedliche Burger. Der “Challaburger” verwendet ein jüdisches Challah-Brot (Hefezopf) als Brötchen und war mit gegrilltem Hammelfleisch, Paprika, Zucchini, Salat, roten Zwiebeln und leuchtend orangefarbenem Mimolette-Käse belegt. Dazu gab es eine kleine Schale mit Süßkartoffelpommes. Der zweite Burger wurde als Sandwich bezeichnet. Er bestand aus Żulik, einem traditionellen süßen türkischen Brot aus Łódź mit Rosinen. Es war üppig gefüllt mit mariniertem, geräuchertem Rinderbrust-Pastrami, Rotkraut, geschmolzenem Räucherkäse und Rucola. Beide Burger waren außergewöhnlich schon alleine was die Brotauswahl betraf. Die Kombination aus Brot und “Füllung” harmonisierte perfekt.

Gerne hätten wir hier noch weitere Gerichte ausprobiert – der Blick auf die Tische der anderen Gäste ließ uns das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Adresse
Piotrkowska 43,
90-410 Łódź, Polen
Restauracja Oranżeria by Hotel Pietryna – Gehobener Genuss im Grünen
An unserem ersten Abend in Łódź besuchten wir das Restauracja Oranżeria. Der Name ist Programm: Der Gastraum ist ein lichtdurchflutetes Atrium mit großen Dachfenstern. Helle Schachbrettfliesen, türkisblaue Samtstühle und üppige Bananenbäume schaffen ein edles, botanisches Orangerie-Feeling.

Die Speisekarte verriet uns, hier wird gehobene polnische und europäische Küche serviert. Der Fokus liegt auf Gerichten mit saisonalen Zutaten, Steaks und feinen Desserts.
Ich entschied mich für Pierogi mit Käse und Spinat Füllung. Es hat hervorragend geschmeckt. Patrick wählte einen Burger mit Sesambrötchen, gefüllt mit gegrillter Hähnchenbrust, Chorizo-Scheiben, Salat und einer Sriracha-Mayonnaise. Dazu gab es eine Portion Süßkartoffel-Pommes, die mit die besten Pommes waren, die wir seit langem gegessen hatten.


Unsere Bierauswahl fiel an diesem Abend auf Lech Premium, ein helles Lagerbier mit 5,0% Alkohol und Książęce Złote Pszeniczne, ein goldenes Weizenbier mit 4,9% Alkohol.

Adresse
Piotrkowska 40,
90-265 Łódź, Polen
Browar Księży Młyn – Brauhaus-Kultur zum Abschluss
Unseren letzten Abend ließen wir in der Browar Księży Młyn ausklingen.
Das Restaurant befindet sich in einem alten Backsteingebäude. Das Herzstück des Raumes ist die sichtbare Brauanlage mit riesigen, glänzenden Kupferkesseln. Der Raum besticht durch unverputzte, rote Backsteinwände und hohe Decken mit massiven Holzbalken sowie gusseisernen Stützpfeilern. Man sitzt an massiven Holztischen oder im großen Biergarten.


Auf der Speisekarte steht eine deftige Brauhaus-Küche und die hauseigenen Biere. Ich entschied mich für einen frittiertem, in Bierteig gebackenem Fisch und eine ordentlichen Portion dicker Pommes frites. Patrick wählte ein Schweinefleisch Gericht. Auf seinem Teller lagen mehrere dicke Scheiben von gebratenem Schweinebraten auf einem Bett aus geschmortem Kraut. Die großen Portionen haben sehr gut geschmeckt und bildeten genau die richtige Grundlage für das hauseigene Bier.


Ich habe mir ein Bier-Tasting-Set bestellt. Serviert werden vier kleine Gläser mit unterschiedlichen Bieren. Laut Karte waren das “Bawełniane” (ein Pils), “Przędzalniane” (ein Hefe-Weizen), “Zakładowe” (ein Belgian Rey IPA) sowie ein alkoholfreies Lagerbier namens “Folwarczne”. Die Sorten Pils, Hefe-Weizen und Belgian Rey IPA waren süffig. Lediglich das alkoholfreie Lagerbier traf nicht meinen Geschmack. Dennoch: ein fantastischer Abschluss für unsere Zeit in Łódź.

Adresse
Księdza Biskupa Wincentego Tymienieckiego 22/24,
90-349 Łódź, Polen
Unser Genuss-Fazit
Łódź hat uns mit seiner großartigen, vielfältigen Gastronomie-Szene total überrascht. Egal ob handwerklich gemachten Kuchen, spannende Fusion-Küche, deftiges Streetfood oder ein frisch gebrautes Craft-Bier – in dieser Stadt werden Foodies definitiv glücklich!
Die Abendessen in einigen Restaurants haben wir im Rahmen einer Pressereise mit Łódzka Organizacja Turystyczna erhalten.
Veröffentlicht: 4. September 2026
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