Majestätisch thront die Bratislavaer Burg gut 85 Meter über dem Donauufer im westlichen Teil der slowakischen Hauptstadt. Im Laufe ihrer langen Geschichte trug die Anlage viele Namen: Burg Pressburg, Pressburg bis hin zum heutigen Bratislavský hrad.
Die erste urkundliche Erwähnung einer Wehranlage auf dem Burgberg geht auf das Jahr 805 zurück. Im 11. und 12. Jahrhundert wich diese einem mittelalterlichen Steinpalast, der über die Jahrhunderte stetig erweitert wurde und den jeweiligen Herrschern als Residenz diente. Sein heutiges, markantes Erscheinungsbild mit dem markanten viereckigen Grundriss erhielt der Bau im 15. Jahrhundert. Dieser Umbau, bei dem auch die Befestigungsanlagen massiv verstärkt wurden, war nicht zuletzt eine notwendige Reaktion auf die Bedrohung durch die Hussiten.

Vom Herrschersitz zur Ruine und zurück
1780 verließ der Statthalter die Burg und sie verlor für die Regierung an Bedeutung. Nachdem einige Jahre die Kirche der Eigentümer der Burg war, wurde der Bau 1802 eine Kaserne. 1811 brannte die Burg durch eine Unachtsamkeit der Truppen ab. 150 Jahre stand nun eine Ruine über der Stadt und erst nach dem zweiten Weltkrieg begann die Renovierung und der Wiederaufbau der Anlage.
Rund 150 Jahre lang prägte lediglich eine gewaltige Ruine das Stadtbild, bis nach dem Zweiten Weltkrieg endlich der umfassende Wiederaufbau begann. Mit Erfolg: Nach der slowakischen Unabhängigkeitserklärung 1992 residierte hier bis 1996 der Staatspräsident. Heute dient die Anlage als Repräsentationsgebäude und beherbergt das Historische Museum.

Der Weg nach oben
Wer die Burg besichtigen möchte, muss zunächst zu ihr emporsteigen oder fährt bequem mit dem Bus hinauf. Wir haben uns für den Fußweg entschieden und betraten das Areal durch das Haupttor, welches direkt auf den weitläufigen Vorplatz führt.

Von hier aus öffnen sich die Wege in den Innenhof und zu den Museumsräumen.


Spaziert man um das Hauptgebäude herum, gelangt man zu der herrlich angelegten Gartenanlage, die in den vergangenen Jahren aufwendig rekonstruiert wurde. Von hier aus bietet sich eine fantastische Aussicht über die Stadt und die Donau. Für den Rückweg in die Altstadt empfiehlt sich eines der Seitentore, von dem aus malerische Treppengassen den Burgberg hinabführen.

Ein persönliches Fazit
Ich bin ein bisschen zwiegespalten, was ich von der Bratislavaer Burg halten soll. Architektonisch wirkt der massive Block mit seinen vier Ecktürmen eher unspektakulär. Die Fassade ist glatt, schnörkellos und weist kaum verspielte Schmuckelemente auf. Man darf dabei jedoch nicht vergessen, dass die Burg primär zur Verteidigung konzipiert wurde – und diesen Zweck erfüllt sie optisch bis heute voll und ganz.
Gerade in dieser wehrhaften Schlichtheit liegt jedoch ein gewisser Reiz, der mir gut gefallen hat. Das absolute Highlight ist und bleibt das großartige Panorama, das einmal mehr die exzellente strategische Wahl dieses Standortes beweist. Wer allerdings kein allzu großer Museumsgänger ist, wird auf dem Burggelände selbst – abgesehen von der Aussicht und den Gärten – relativ schnell alles gesehen haben.
Tipp für Flusskreuzfahrer:
Häufig werden von Anbietern geführte Touren zur Burg angeboten. Der Vorteil hierbei: Man wird bequem hinauf gefahren. Leider reicht die Zeit nicht für den Museumsbesuch, aber die Aussicht von dort oben lohnt sich auf jeden Fall!

Besucherinformationen
Adresse
Bratislavský hrad
811 06 Bratislava
Slowakei
Anfahrt
Zu Fuß:
Von der Altstadt aus erreichen Sie die Burg in etwa 10–15 Minuten. Der gemütlichste Weg führt über die Zámocká-Straße oder über die Burgtreppe (Zámocké schody) direkt unterhalb der SNP-Brücke.
Öffentliche Verkehrsmittel:
Nehmen Sie den Oberleitungsbus (Trolleybus) Linie 44 oder 47 ab Hodžovo námestie (Hodža-Platz) bis zur Haltestelle „Hrad“ oder „Zámocká“.
Parken
Es gibt eine unterirdische Parkgarage direkt an der Burg (Einfahrt über die Palisády-Straße).
Kosten: 3 € pro Stunde.
Tipp: Wenn Sie das Museum besuchen, erhalten Sie an der Museumskasse 50 % Rabatt auf die Parkgebühr für maximal 3 Stunden (Parkkarte vorlegen!).
Öffnungszeiten
Burgareal (Höfe & Terrassen):
Täglich: 8 – 22 Uhr frei zugänglich.
Historisches Museum (SNM) in der Burg:
Mittwoch – Montag: 10 – 18 Uhr (letzter Einlass um 17:00 Uhr)
Dienstags geschlossen!
Barockgarten:
Täglich: ab 9:00 Uhr geöffnet
Die Schließzeiten variieren je nach Jahreszeit (im Winter um 16:00 Uhr, im Hochsommer bis 21:00 Uhr).
Eintrittspreise
Historisches Museum
Erwachsene (Vollzahler): 14,00 €
Inhaber der Bratislava Card (100 % Rabatt).
Der Zugang zum Burgareal und zum Barockgarten ist kostenlos.
Barrierefreiheit
Das Burgareal ist für Rollstuhlfahrer zugänglich, auch wenn teilweise Kopfsteinpflaster vorhanden ist.
Das Museum verfügt über einen barrierefreien Seiteneingang. Das Personal an der Kasse hilft Ihnen gerne weiter und weist Ihnen den Weg.
Barrierefreie Toiletten sind in der Burg vorhanden
Veröffentlicht: 21. Dezember 2015
Rosemarie Hoch
welcher Bus fährt eigentlich von der Innenstadt zur Burg ????
Rosemarie
Susanne Jungbluth
Bus: Nr.203 bis zur Haltestelle Zámocká oder Hrad