Sharm El Sheikh ist bekannt für luxuriöse All-Inclusive-Resorts und garantierte Sonne. Doch wer seinen Urlaub nur auf der Liege verbringt, verpasst das Beste: Die raue Schönheit der Sinai-Wüste und eines der spektakulärsten Riffe der Welt. Wir haben uns aus der Komfortzone gewagt und zwei Gesichter Ägyptens erlebt: Staub und Geschwindigkeit an Land sowie Stille und Farbenpracht unter Wasser. Hier sind unsere persönlichen Ausflugtipps für Sharm El Sheikh.
Staub, Speed und Sinai – Das Quad-Abenteuer
Manchmal muss man die Komfortzone des All-Inclusive-Buffets verlassen, um ein Abenteuer zu erleben. Wir haben den Hotelpool gegen vier Räder und eine endlose Wüste getauscht.

Vorbereitung im Basislager: Der Look von Lawrence von Arabien
Es ging am Vormittag in das Basislager der verschiedenen Quadtouranbieter. Es herrschte geschäftiges Treiben. Dutzende Quads standen in Reih und Glied. Eine Gruppe wartete bereits auf den Start ihrer Tour.

Doch bevor wir aufsteigen durften, musste der Papierkram erledigt werden und wir mussten eine Schutzbrille und einen Schal kaufen. Die Tour sollte staubig werden und ohne diesen Schutz darf man nicht mitfahren.
Das Wickeln des Arafat-Schals (Kufiya) ist eine Kunst für sich. Ganz ehrlich, ohne die helfenden Hände wäre das nicht geglückt. Ein Guide wickelte mir den Stoff so routiniert um den Kopf, dass nur noch meine Augen zu sehen waren. Danach setzte ich mir noch die Schutzbrille auf. Ich sah aus wie ein Bankräuber, fühlte mich aber wie Lawrence von Arabien.

Start der Motoren: Hinein ins Nichts
Die Einweisung für die Nutzung der Quads war kurz und pragmatisch: “Hier Gas (Daumen), hier Bremse. Nicht überholen, Abstand halten.” Fast alle von unserer Gruppe hatten sich entschlossen zu zweit ein Quad zu nutzen und so war die Gruppe nicht ganz so groß.
Dann starteten die Motoren. Ein Grollen ging durch die Gruppe. Wir fuhren im Gänsemarsch los, raus aus dem Lager, hinein ins Nichts.

Die ersten Minuten waren gewöhnungsbedürftig. Der Lenker vibrierte heftig, und der Daumen am Gashebel musste erst das richtige Gefühl finden. Der Untergrund in Sharm ist keine weiche Sanddüne wie in der Sahara, sondern eine Mischung aus festem Sand, Geröll und Fels. Es rüttelt dich durch und ich als Beifahrerin hatte so manchmal echte Schwierigkeiten mich richtig festzuhalten.
Sobald wir Tempo aufnahmen, verstand ich, warum der Schal so wichtig war. Der Staub ist überall. Er kriecht in jede Ritze. Aber der Adrenalinrausch ließ das völlig nebensächlich erscheinen. Es machte richtig Spaß und ich konnte mich kaum an der Landschaft sattsehen.

Mars-Landschaft und Kamel-Begegnungen
Die Landschaft des Sinai ist atemberaubend – im wahrsten Sinne des Wortes. Es sieht aus wie auf dem Mars. Schroffe, rot-braune Gebirgszüge ragen in den Himmel, dazwischen weite Ebenen, durch die wir mit ca. 40km/h heizten.
Der erste kurze Stopp fand vor einigen schroffen Felsen statt. Hier lagerten einige Kamele und die geschäftstüchtigen Guides priesen den Ritt auf dem Wüstenschiff an. Da der Stopp aber angekündigte 10 Minuten dauern sollte, wäre dieser Kamelritt doch sehr kurz ausgefallen und es fand sich kein interessierter Mitfahrer.

Teepause bei den Beduinen
Der nächste Halt fand in einem Beduinenzelt statt. Natürlich ist das touristisch inszeniert, aber es hat trotzdem seinen Charme. Wir saßen auf Teppichen im Schatten, die Motoren waren aus, und plötzlich hörte man sie: Die Stille der Wüste.
Es gab den obligatorischen, zuckersüßen „Habak“-Tee (schwarzer Tee mit Wüstenkräutern). Er schmeckte erstaunlich gut und spülte den Staub aus der Kehle.

Der Rückweg war gefühlt viel schneller als die Hintour. Das lag sicherlich auch daran, dass der Umgang mit dem Quad inzwischen routinierter von statten ging.
Als wir wieder im Camp ankamen, war ich komplett eingestaubt aber absolut glücklich. Was für eine tolle Tour!

Fazit & Tipps für Wüsten-Nachahmer
Würde ich es wieder tun? Sofort. Es ist laut, es ist dreckig, aber hat richtig Spaß gemacht.
Hier sind meine wichtigsten Tipps für euren Trip:
- Kleidung: Zieht nichts Weißes an! Es wird nie wieder weiß. Tragt lange, luftige Kleidung (Schutz vor Sonne und Motorhitze).
- Ausrüstung: Eine Schutzbrille ist Pflicht (wegen des Staubs). Den Schal könnt ihr meist vor Ort kaufen, aber bringt besser euren eigenen mit, wenn ihr einen habt.
- Kamera: Packt das Handy in eine staubdichte Hülle oder einen Ziploc-Beutel. Der feine Sand ist der Tod für jede ungeschützte Linse.
- Wasser: Nehmt eine kleine Flasche Wasser mit, auch wenn es Tee gibt. Die Wüstenluft trocknet extrem aus.

Die Wüste lebt, und sie auf vier Rädern zu erobern, war definitiv das Highlight meines Urlaubs in Sharm El Sheikh.
Ein Tag auf dem Roten Meer – VIP-Bootstour
Sharm El Sheikh ist weltweit berühmt für seine Riffe und eine bunte Unterwasserwelt. Eine Tauch- oder Schnorcheltour im Roten Meer ist eine der beliebtesten Touren der Urlauber in der Region.
Die Hotspots für Unterwasserfans
Wer hier taucht, hat die Qual der Wahl. Es gibt unzählige Schnorchel- und Tauchspots, die zum Teil direkt vor den Hotels liegen. Es gibt aber drei Orte, die ein Traum jedes Unterwasserfans sind.

- Ras Mohammed Nationalpark
An der südlichsten Spitze des Sinai treffen die Strömungen des Golfs von Akaba und des Golfs von Suez aufeinander. Das Ergebnis ist ein nährstoffreiches Buffet für Meeresbewohner. - Die Straße von Tiran
Mitten im Kanal zwischen Ägypten und Saudi-Arabien erheben sich vier Riffe aus der Tiefe: Jackson, Woodhouse, Thomas und Gordon. Hier herrscht oft Strömung – perfekt für “Drift Dives”. Man lässt sich treiben und fliegt förmlich an Weichkorallen in allen Farben des Regenbogens vorbei. Mit etwas Glück kann man hier Hammerhaie sehen. - SS Thistlegorm
Dieses britische Transportschiff wurde 1941 von deutschen Bombern versenkt. Es liegt in etwa 30 Metern Tiefe und ist eines der spektakulärsten Wracks der Welt. Man taucht zwischen LKWs, Motorrädern, Gummistiefeln und Gewehren, die noch immer fest im Laderaum stehen. Es ist ein unheimlicher, ehrfürchtiger und faszinierender Tauchgang, der die Zeit stillstehen lässt.
Leinen los: Der Weg zum Schiff
Wir fuhren am Vormittag mit dem Bus zum Hafen. Dort angekommen, schlug uns das typische ägyptische Gewusel entgegen. Dutzende weiße Yachten lagen Seite an Seite, Hunderte Touristen suchten ihre Guides und wir waren mittendrin.

Für uns war eine private Tour gebucht worden und unser Tourguide erwartete uns bereits. Auch hier mussten wir zuerst etwas Papierkrieg erledigen, dann ging es zu einem Ausgabeschalter für Flossen, Tauchmasken und Schnorchel.
Was nun folgte habe ich so bisher noch nie erlebt. Der Weg zum Schiff bedeutete zunächst anstellen an der Sicherheitskontrolle. Hier wurden die Taschen vor allem nach Alkohol untersucht, dieser ist nämlich absolut verboten während einer Tauchtour. Es standen bestimmt mehrere hundert Gäste in der langen Schlange und warteten darauf endlich an Bord gehen zu können.

An Bord der “ELITE VIP”
Nachdem unsere kleine Gruppe den Check hinter sich gebracht hatte, ging es an Bord der “ELITE VIP”. Wir zogen unsere Schuhe aus und suchten wir uns einen Platz auf dem vor der Sonne geschütztem Oberdeck. Hier gab es eine kurze Sicherheitseinweisung und dann konnten wir auf Entdeckungstour an Bord gehen.


Zugegeben, nicht nur bei dem Blick auf die sehr vollen Schiffe um uns herum, sondern auch bei der Erkundungstour auf dem Schiff fühlte ich mich wie ein VIP. Wir waren etwa 20 Personen und wurden von einer Crew von 10 Personen betreut. Es gab einen Koch an Bord, der bereits mit der Zubereitung des Mittagessens beschäftigt war.
Das Schiff verfügte über zwei untere Decks (die nicht mit nasser Kleidung betreten werden durfte). Ein Oberdeck war überdacht und mit großen Tischen und Stühlen versehen. Auch das Steuerrad befand sich hier. Am Bug gab es einige Liegen für die Sonnenfans. Das zweite Oberdeck stand voller Sonnenliegen.


Magie unter Wasser: Schnorcheln und Intro-Dive
Es dauerte einige Zeit, bis wir die Motoren hörten und unsere Fahrt zum Ras Mohammed Nationalpark los ging.. Während wir aus dem Hafen schipperten, veränderte sich das Wasser. Aus dem dunklen Hafen-Blau wurde ein strahlendes Türkis. Wir suchten uns einen Platz unter dem Sonnenschutz aus. Der Wind war warm und der Dive-Master gab das Briefing: “Don’t touch anything! Coral is alive.” (Nichts anfassen! Korallen leben.)
Patrick entschied sich spontan am ersten Tauchstopp zu einem geführten Tauchgang. Hierfür sind keine Kenntnisse erforderlich. Der Tauchlehrer nimmt jeden einzeln an die Hand und erklärte alles ganz genau bevor es losging.

Nach etwa 40 Minuten erreichten wir den ersten Spot. Für mich hieß es nun: Maske auf, Schnorchel rein, Flossen an. Einmal kurz durchatmen – ob das Wasser kalt ist?
Es war nicht kalt!!! Diese angenehmen Temperaturen hätte ich im November nicht erwartet! Der Moment, wenn man den Kopf unter Wasser steckt, ist magisch. Der Lärm der Welt verschwindet. Alles, was man hört, ist das eigene Atmen. Und dann schwimmt man durch eine bunte unbeschreiblich schöne Welt. Papageienfische in Neonfarben, elegante Falterfische und riesige Schwärme von winzigen orangen Fahnenbarschen. Das Wasser war so klar, dass ich bis auf den Grund sehen konnte.
Für mich war es ein unbeschreiblich schönes Erlebnis – aber natürlich wollte ich auch sehen, wie Patrick sich mit der Taucherausrüstung im Wasser bewegte. Die Ausrüstung ist schwer und klobig und zusätzliche Gewichte sollen dabei helfen unter Wasser zu bleiben. Der Tauchlehrer nahm ihn an die Hand und dann ging es für tief hinunter. Er brachte Patrick nah an das Riff, zeigte ihm Fische, die in kleinen Höhlen hausten.
Kulinarik und Rückfahrt
Wir hatten fast eine Stunde Zeit die Unterwasserwelt zu entdecken, dann hieß es ab an Bord – Zeit zum Mittagessen!
Der Koch hatte wirklich sein bestes gegeben. Das Buffet auf dem Boot war einfach, aber köstlich. Es gab zum Beispiel Hähnchen, Kofta und Salat. Wir saßen mit nassen Haaren und Salz auf der Haut unter Deck und schaukelten sanft in den Wellen. Besser als jedes 5-Gänge-Menü.

Viel Zeit zum “verdauen” blieb nicht. Wir waren bereits am nächsten Tauchspot angekommen. Unser Tauchguide war mit uns im Wasser und zeigte uns einige Spots. Nach einer Weile hatte ich genug und schwamm zurück zum Schiff.
Die Rückfahrt in den Hafen war ruhig. Die meisten Passagiere waren erschöpft von der Sonne und dem Wasser. Für mich hat sich dieser Trip auf jeden Fall gelohnt! Es war ein toller Ausflug mit einem Blick auf eine Natur, die ich so bisher noch nicht gesehen hatte.
Tipps für Wasserratten
Ein Bootstrip gehört in Sharm El Sheikh zum Pflichtprogramm. Die Unterwasserwelt hier ist Weltklasse und mit kaum etwas im Mittelmeer zu vergleichen.

Meine Tipps für deinen Trip:
- Reisepass nicht vergessen: Ohne Pass (oder zumindest eine gute Kopie, je nach Hafen) kommst du nicht aufs Boot.
- Tabletten gegen Seekrankheit: Auch wenn das Meer ruhig aussieht, sobald das Boot steht und schaukelt, wird vielen flau im Magen. Nimm eine Tablette bevor du an Bord gehst.
- Sonnenschutz: Auf dem Boot verbrennt man extrem schnell durch den Wind. Creme dich ein, bevor du losfährst. Wichtig: Nutze riffreundliche Sonnencreme, um die Korallen nicht zu vergiften.
- Intro Dive probieren: Auch wenn du Respekt davor hast – mach es! Hand in Hand mit dem Guide ist es sehr sicher und ein völlig anderes Erlebnis als Schnorcheln.
- Handtücher: Bring die großen Badehandtücher vom Hotel mit, auf dem Boot gibt es keine.

Die Ausflüge fanden im Rahmen einer Pressereise statt.
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