Urlaub in Schweden
Wer denkt bei Schweden nicht zuerst an IKEA, roten Holzhäusern und Pippi Langstrumpf. Ein großer Fehler, denn das Land ist ein Reiseziel, das eine unvergleichliche Ruhe ausstrahlt. hier existiert sogar ein eigenes Wort dafür: Lagom (nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig). Wer nach Schweden reist, sucht oft die Entschleunigung fernab des Massentourismus.
Wandern in unberührten Wäldern, baden in glasklaren Seen, modernes skandinavisches Design in pulsierenden Metropolen erleben oder einfach die absolute Stille der Natur genießen – Schweden bietet eine unglaubliche Vielfalt. Es ist eines der sichersten und saubersten Länder der Welt und damit das perfekte Ziel für Familien, Solo-Reisende und Outdoor-Enthusiasten.
Unberührte Natur und wilde Landschaften
Die Landschaft Schwedens ist so weitläufig und abwechslungsreich, dass man auf einer einzigen Reise kaum alles erfassen kann. Das Land erstreckt sich über 1.500 Kilometer von Nord nach Süd, was zu extrem unterschiedlichen Naturräumen führt.

Der Süden (Skåne & Småland)
Die Region Schonen (Skåne) erinnert mit ihren sanften Hügeln, endlosen Rapsfeldern und weißen Sandstränden fast an Dänemark. Etwas weiter nördlich beginnt Småland, das klassische Schweden-Bilderbuchland mit Nadelwäldern, leuchtend rote Holzhäuser und tausende kleine, dunkle Waldseen.
Die Schärengärten (Skärgården)
Die schwedische Küste ist gesäumt von zehntausenden kleinen und großen Inseln. An der Westküste nahe Göteborg bestehen die Inseln oft aus von den Wellen glattgeschliffenen Granitfelsen. Der Stockholmer Schärengarten im Osten ist hingegen oft dicht bewaldet und ein Paradies für Segler und Kajakfahrer.
Das Herz des Landes und riesige Binnenseen
In der Mitte Schwedens, besonders in der Region Dalarna, werden schwedische Traditionen am intensivsten gepflegt. Hier liegt auch die Heimat der berühmten roten Dalapferde. Zudem prägen riesige Seen wie der Vänern und der Vättern die Landschaft.
Der wilde Norden (Schwedisch-Lappland)
Nördlich des Polarkreises zeigt sich Schweden von seiner wildesten Seite. Die endlose Tundra, reißende Flüsse und das alpine Hochgebirge rund um den Kebnekaise (Schwedens höchsten Berg) dominieren hier. Im Sommer taucht die Mitternachtssonne die Landschaft wochenlang in ein goldenes Dauerlicht, während der eisige Winter die perfekte Bühne für tanzende Polarlichter und Hundeschlittentouren bietet.
Dank des einzigartigen Jedermannsrechts (Allemansrätten) dürfen Sie diese fantastische Natur fast grenzenlos genießen: Es erlaubt Besuchern, sich frei in der Natur zu bewegen, Beeren und Pilze zu sammeln und sogar für eine Nacht sein Zelt in der wilden Natur aufzuschlagen. Immer vorausgesetzt, man stört niemanden und hinterlässt keinen Müll!
Eine Zeitreise durch charmante Städte
Neben der Natur begeistern Schwedens Städte mit einer einzigartigen Mischung aus historischer Architektur, modernem Design und maritimen Flair. Die Hauptstadt Stockholm, oft als “Venedig des Nordens” bezeichnet, liegt auf 14 Inseln. Sie lockt mit der malerischen Altstadt Gamla Stan. Göteborg an der Westküste versprüht eine entspannte, fast studentische Atmosphäre. Malmö im Süden ist jung, dynamisch und besticht durch mutige, moderne Architektur direkt am Wasser.
Die schwedische Kulinarik: Von Köttbullar, Fika und den Regeln des Alkohols
Die schwedische Küche ist stark von der Natur geprägt, saisonal und setzt auf frische, regionale Zutaten. Zu den absoluten Klassikern gehören natürlich Köttbullar mit Kartoffelpüree, Rahmsoße und Preiselbeeren. Da Schweden vom Wasser umgeben ist, findet man Fisch und Meeresfrüchte auf der Speisekarte. Im Norden des Landes stehen oft Rentier- oder Elchfleisch auf der Karte.
Essen in Schweden ist ohne die Fika nicht denkbar. Es ist eine Kaffeepause, die sich fast jeder einmal am Tag gönnt. Man nimmt sich die Zeit für eine Tasse starken Kaffee und etwas Süßes, wie eine ofenwarme Zimtschnecke (Kanelbulle) oder einen saftigen Schokoladenball (Chokladboll).
Das Thema Alkohol wird in Schweden deutlich strenger gehandhabt als in anderen Ländern. In normalen schwedischen Supermärkten kann man nur Getränke mit einem maximalen Alkoholgehalt von 3,5 % kaufen. Dazu gehört das sogenannte Lättöl (Leichtbier) oder Folköl sowie alkoholarmer Cider. Alles, was stärker als 3,5 % ist (also normales Bier, Wein und Spirituosen), darf ausschließlich im Systembolaget verkauft werden. Das sind staatliche Monopol-Geschäfte. Alkoholika werden in Schweden nach ihrem Alkoholgehalt besteuert. Das macht vor allem hochprozentige Spirituosen, aber auch Wein und “Starköl” im Systembolaget und insbesondere in Restaurants oder Bars sehr teuer. Ein normales Bier im Restaurant kostet oft zwischen 7 und 10 Euro.
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Reiseinformationen
Anreise
Mit dem Flugzeug
Schweden ist gut mit dem Flugzeug erreichbar. Die wichtigsten Flughäfen sind Stockholm-Arlanda und Göteborg-Landvetter. Einige Fluggesellschaften bieten von unterschiedlichen Ausgangspunkten in Europa regelmäßig Direktflüge an.
Mit dem Zug
Eine klimafreundliche und entspannte Alternative ist die Anreise mit dem Zug. Es gibt Verbindungen von Hamburg direkt nach Kopenhagen und von dort weiter über die Öresundbrücke nach Malmö, Göteborg und Stockholm. Zudem gibt es den beliebten Nachtzug (Snälltåget oder SJ) von Berlin und Hamburg direkt nach Schweden.
Mit der Fähre
Für Reisende mit dem Auto oder Wohnmobil bieten sich die zahlreichen Fährverbindungen über die Ostsee an, beispielsweise von Travemünde, Rostock, Kiel oder Sassnitz in Richtung Trelleborg, Malmö oder Göteborg.
Mit dem Auto
Wer nicht die Fähre nehmen möchte, kann Schweden auch komplett über den Landweg via Dänemark erreichen. Die Route führt über die Storebaelt-Brücke und anschließend über die mautpflichtige Öresundbrücke.
Einreise, Visa
Für EU-Bürger
Die Einreise nach Schweden ist für EU-Bürger, EWR-Staatsangehörige und Schweizer unbürokratisch. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass ist ausreichend. Da Schweden zum Schengen-Raum gehört, finden in der Regel keine systematischen Grenzkontrollen statt, jedoch sind stichprobenartige Kontrollen (besonders an der Öresundbrücke und den Fährhäfen) möglich.
Für Nicht-EU-Bürger
Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern benötigen einen gültigen Reisepass. Je nach Herkunftsland kann ein Schengen-Visum erforderlich sein.
Unterwegs in Schweden
Mit dem Zug
Schweden verfügt über ein hervorragend ausgebautes Schienennetz, das die großen Städte schnell und komfortabel miteinander verbindet. Für weite Strecken in den Norden gibt es bequeme Nachtzüge.
Mit dem Auto
Um die ländlichen Regionen, tiefen Wälder und Küsten zu erkunden, ist ein Auto ideal. Das Straßennetz ist sehr gut ausgebaut und der Verkehr in der Regel deutlich entspannter als in Mitteleuropa. Beachten Sie, dass in den Städten Stockholm und Göteborg eine City-Maut (Trängselskatt) anfällt.
Mit dem Bus
Überlandbusse sind eine günstige Alternative zu den Zügen und verbinden nahezu alle Städte und Regionen miteinander.
Maut
In Schweden gibt es keine generelle Autobahngebühr oder Vignette für PKW. Es gibt jedoch Ausnahmen.
City-Maut (Trängselskatt)
Um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren, erheben die Städte Stockholm und Göteborg an Werktagen tagsüber eine City-Maut. Das System ist komplett automatisiert: Es gibt keine Schranken oder Kassenhäuschen. Wenn Sie die Mautzonen passieren, wird Ihr Kennzeichen fotografiert. Dies gilt auch für ausländische Fahrzeuge. Die Rechnung wird dem Fahrzeughalter einige Wochen später per Post nach Hause geschickt (meist über den Dienstleister EPASS24).
Brückenmaut (Infrastrukturabgabe)
Für die Überquerung der Brücken in Sundsvall und Motala wird ebenfalls eine Gebühr fällig. Auch hier erfolgt die Erfassung vollautomatisch über das Kennzeichen und die Rechnung kommt per Post.
Öresundbrücke
Wer bei der Anreise den Weg über die Öresundbrücke wählt, muss hierfür eine Maut entrichten. Es gibt eine klassische Mautstation auf der schwedischen Seite (Lernacken), an der bar, mit Karte oder per Transponder (Bizz) bezahlt werden.
Beste Reisezeit
Frühling (März bis Mai)
Der Frühling erwacht in Südschweden ab März, während der Norden oft noch bis in den Mai hinein unter einer Schneedecke liegt. Die Durchschnittstemperaturen klettern langsam von kühlen 0 bis 5 °C im März auf 10 bis 15 °C im Mai, bei etwa 8 bis 11 Regentagen pro Monat.
Sommer (Juni bis August)
Der Sommer ist die klassische Hauptreisezeit und perfekt für Outdoor-Aktivitäten, Kanutouren und das Leben in den berühmten roten Holzhäusern am Wasser. Bei Durchschnittstemperaturen zwischen 17 und 23 °C (im Süden auch wärmer) und 9 bis 12 Regentagen im Monat ist das Wetter sehr einladend. Das absolute kulturelle Highlight ist Midsommar Ende Juni. Im hohen Norden geht die Sonne dank der Mitternachtssonne wochenlang gar nicht unter, was endlose Tage für Ausflüge bietet.
Herbst (September bis November)
Für Wanderer, Fotografen und Pilzsammler ist der Frühherbst ideal, wenn sich die riesigen Wälder in leuchtende Gelb- und Rottöne färben. Die Temperaturen sinken spürbar auf 2 bis 12 °C, und mit 10 bis 14 Regentagen pro Monat ist es die feuchteste Jahreszeit in Schweden. Im Norden fallen oft schon im Oktober die ersten Schneeflocken.
Winter (Dezember bis Februar)
Wer echtes Winterwetter und arktische Phänomene sucht, findet hier die beste Reisezeit für Nordschweden. Oberhalb des Polarkreises herrschen die Polarnacht und Durchschnittstemperaturen von -5 bis -15 °C, die an extremen Tagen noch viel tiefer fallen können. Es gibt etwa 8 bis 10 Niederschlagstage pro Monat, fast ausschließlich als Schnee.
Sprache
Die Amtssprache ist Schwedisch. Schweden gehören jedoch zu den besten nicht-muttersprachlichen Englischsprechern weltweit.
Geld
Die Landeswährung ist die Schwedische Krone (SEK).
Schweden ist auf dem besten Weg, eine bargeldlose Gesellschaft zu werden.Vom Ticket für den Nahverkehr bis zur einzelnen Zimtschnecke beim Bäcker wird mit Karte (Kredit- oder Debitkarte) bezahlt. Oftmals wird Bargeld in Cafés oder kleinen Geschäften gar nicht mehr akzeptiert.
Trinkgeld
Trinkgeld ist in Schweden keine Pflicht, da Service und Mehrwertsteuer in den Preisen bereits enthalten sind. Wenn der Service in einem Restaurant besonders gut war, ist es dennoch üblich.
Strom, Reiseadapter
Die Netzspannung beträgt 230 Volt bei 50 Hertz. In Schweden werden die Steckdosen Typ C und F (wie in Deutschland und Österreich)verwendet. Ein Reiseadapter ist für Reisende aus diesen Ländern daher nicht erforderlich.
Gesundheit
Die medizinische Versorgung in Schweden ist ausgezeichnet und entspricht dem höchsten europäischen Standard.
Für EU-Bürger, EWR-Staatsangehörige und Schweizer reicht die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) aus, um im Notfall (bei staatlichen Gesundheitszentren, den sogenannten Vårdcentral) zu den gleichen Bedingungen wie schwedische Staatsbürger behandelt zu werden. Der Abschluss einer zusätzlichen Auslandskrankenversicherung mit Rückholtransport wird dennoch generell empfohlen.
Apotheken erkennen Sie am Schild „Apotek“. Die Öffnungszeiten entsprechen meist den üblichen Ladenöffnungszeiten. Gängige rezeptfreie Medikamente (wie leichte Schmerzmittel, Nasenspray oder Pflaster) bekommet man Schweden auch in ganz normalen Supermärkten oder an Tankstellen.
Wer im Sommer viel in der Natur unterwegs ist, sollte ein gutes Mückenspray einpacken. In Süd- und Mittelschweden sowie in den Schärengebieten kommen zudem Zecken vor.
Trinkwasser
Das Leitungswasser hat in Schweden eine herausragende Qualität und kann im ganzen Land bedenkenlos direkt aus dem Hahn getrunken werden. Es ist nicht nötig, Wasser in Plastikflaschen zu kaufen.