Bei unserem Aufenthalt im tschechischen Budweis haben wir das Restaurant “Masné krámy” (auf Deutsch: Fleischbänke) besucht. Es liegt nur ein paar Schritte vom schönen Hauptplatz entfernt und ist der perfekte Ort, um richtig gut zu essen, ein fantastisches Bier zu trinken und dabei ein bisschen Stadtgeschichte zu schnuppern.
Vom Fleischmarkt zum Lieblingslokal
Das Haus hat eine ziemlich lange und spannende Geschichte. Schon 1336 wurden die “Fleischbänke” das erste Mal erwähnt. Damals standen diese Marktstände allerdings noch direkt auf dem Hauptplatz. Kaiser Karl IV. verfügte am 19. Februar 1364 aus hygienischen Gründen den Abriss der Holzbauten am Stadtplatz und die Errichtung eines Nachfolgebaus in der nahen Krajinská-Straße.
Das heutige Steingebäude wurde dann 1554 gebaut und tatsächlich über 400 Jahre lang genau als das genutzt, wonach es heißt: als Markt für Fleisch. Die Kunden betraten die Verkaufsräume durch die Tore an der östlichen oder westlichen Stirnseite. Sie gingen durch das hohe Mittelschiff vorbei an den niedrigen Hallen an den beiden Seiten, in denen die Fleischhändler ihre Ware anboten. Im südlichen Vorhof befand sich das Schlachthaus.

1899 entstand ein neuer städtischer Schlachthof in der Vorstadt. Das Gebäude wurde umgebaut und die einzelnen Kabinen wurden in kleine Läden oder Lagerräume umgewandelt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich das Gebäude in baufälligem Zustand, sodass sogar sein Abriss in Erwägung gezogen wurde. Zum Glück hat man es sich anders überlegt! 1954 wurde es umgebaut und als Restaurant eröffnet. Auch wenn ein schlimmes Hochwasser 2002 noch einmal für eine mehrjährige Pause sorgte, seit Ende 2007 hat dieses tolle Lokal seine Türen wieder für alle geöffnet.
Gemütlich sitzen in alten Fleischer-Kojen
Als wir das Restaurant betreten, kommen wir uns ein bisschen wie in einer alten, gemütlichen Markthalle vor. In der Mitte gibt es noch immer den breiten, hohen Gang, in dem früher die Kunden entlanggeschlendert sind.

Das wirklich Coole ist aber: Links und rechts in den niedrigeren Gängen sind die Kojen der Verkaufsstände noch erhalten. Genau in diesen sogenannten Kojen stehen heute die Tische für die Gäste! So hat man beim Essen einen eigenen, etwas abgetrennten Bereich, was eine super gemütliche Atmosphäre schafft. Bis zu 200 Gäste haben hier Platz, und es ist eigentlich immer fröhlich und lebhaft.

Richtig gutes Wohlfühlessen
Weil das Gebäude so eng mit dem Fleischerhandwerk verbunden ist, gibt es hier natürlich deftiges, klassisches tschechisches Essen.
Das solltest du unbedingt probieren:
Wir haben das Rindertatar mit einem rohen Ei bestellt. Dazu bekommst du knusprig geröstetes Brot und frischen Knoblauch, den du dir selbst kräftig auf das Brot reibst.Für mich eins meiner Lieblingsgerichte in Tschechien.

Patrick hatte an diesem Tag Lust auf frittierten Käse. Dieser wurde mit Kartoffel und Dips serviert. Der Käse sah zwar von der Form her sehr standardisiert aus, hat aber wirklich gut geschmeckt.

Am Nebentisch haben wir die hausgemachten Würste und die richtig knusprig gebratene Schweinehaxe gesehen. Die Portionen waren recht groß und sahen richtig gut aus.
Ein Bier, das es so nur hier gibt
Was wäre ein Essen in Tschechien ohne das passende Bier? Da die Stadt und die lokale Budweiser Brauerei an dem Restaurant beteiligt sind, bekommst du hier natürlich wunderbares Budweiser.
Aber jetzt kommt der eigentliche Wahnsinn für alle Bier-Fans: Das Budweiser Budvar “Krausened Lager”.

Diesem Bier wird ganz am Ende noch eine extra Portion frische Hefe (die “Kräusen”) beigemischt. Dadurch schmeckt es noch ein bisschen runder, frischer und bekommt eine tolle, feste Schaumkrone. Weil die Hefe noch aktiv ist, muss das Bier super vorsichtig bei 6 bis 8 Grad gelagert werden.
Das absolut Einmalige daran: Die Masné krámy sind der einzige Ort auf der ganzen Welt, an dem dir dieses besondere Bier direkt aus dem großen Tank ins Glas gezapft wird. Das Krausened Lager gibt es sonst nur in ausgewählten tschechischen Gaststätten, es wird dort jedoch nur als Fassbier angeboten.
Adresse
Krajinská 13,
370 01 České Budějovice 1, Tschechien
Veröffentlicht: 6. November 2026
Schreibe einen Kommentar