Wo sich die Mosel in malerischen Schleifen um Europas steilsten Weinberg, den Bremmer Calmont windet, liegt das malerische Örtchen Bremm. Genau hier, mit herrlichem Blick auf den Fluss, befindet sich das familiengeführte Weinhaus Berg.
Wir haben uns nach einer Wanderung in den Bus gesetzt und sind nach Bremm zu einer ganz besonderen Genussreise gefahren.
Wer die authentische Moselküche mit einem kreativen Twist sucht, ist hier genau an der richtigen Stelle. Im Frühling wird hier ein Menü angeboten, dass rund um den Roten Weinbergpfirsich kreiert worden ist.

Der Rote Weinbergpfirsich: Das süße Geheimnis der Moselküche
Der Rote Weinbergpfirsich (oft auch speziell als Roter Mosel-Weinbergpfirsich bekannt) ist eine ganz besondere und traditionsreiche Pfirsichsorte, die sich deutlich von den klassischen Pfirsichen aus dem Supermarkt unterscheidet.
Der Rote Weinbergpfirsich stammt ursprünglich wahrscheinlich aus China und kam mit den Römern nach Europa. Er verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er traditionell in den Weinbergen angebaut wird. Das warme Kleinklima der steilen Weinberge bietet ihm ideale Wachstumsbedingungen. Früher wurden die Bäume oft an die Ränder der Weinberge gepflanzt. Sie dienten den Winzern als Schattenspender, lieferten Obst und zeigten durch ihre frühe Blüte bestimmte Wetterbedingungen an.
Die Früchte sind etwas kleiner als herkömmliche Pfirsiche und haben eine sehr pelzige, grau-rötliche Schale. Das Fruchtfleisch im Inneren ist tiefrot bis fast violett gemasert. Roh gegessen ist der Rote Weinbergpfirsich oft etwas herb, leicht säuerlich und nicht ganz so süß und saftig wie normale Pfirsiche. Sein wahres Potenzial entfaltet er erst bei der Verarbeitung. Er besitzt ein unglaublich intensives, pfirsichartiges und sehr aromatisches Bouquet.
Diese kleine Frucht mit ihrer pelzigen Schale und dem tiefroten, hoch-aromatischen Inneren ist der heimliche Star im Moseltal. Im Zeitraum März/April blühen die Pfirsichbäume an der Mosel, es gibt extra ausgeschilderte Wanderrouten, die an den Bäumen vorbei führen und die lokalen Produzenten bieten zahlreiche Pfirsichprodukte an.

Unser Test: Das 4-Gang-Frühlingsmenü im Weinhaus Berg
Wir haben im Weinhaus Berg ein 4-Gang-Menü genossen, das den Weinbergpfirsich in all seinen Facetten zelebriert.
Schon der erste Blick auf die Speisenfolge ließ uns das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Aperitif: Prickelnder Auftakt: Kir Moselle im Glas
Vorweg stimmte uns ein Kir Moselle auf den Abend ein. Die prickelnde Kombination aus Weinbergpfirsichlikör und feinem Calmont-Riesling-Sekt war der perfekte Start für unsere kulinarische Reise.

1. Gang: Löffel für Löffel Frische: Die Weinbergpfirsich-Suppe
Den eigentlichen kulinarischen Startschuss gab eine feine Suppe vom roten Weinbergpfirsich. Diese Kreation zeigte direkt zu Beginn auf raffinierte Weise die unglaubliche Vielseitigkeit der Frucht. Die Suppe war wunderbar cremig, fruchtig und aromatisch.

Die Suppe war ein wunderbarer Start des Menüs. Auch wenn sich das Aroma des Pfirsichs für meinen Geschmack etwas zu dezent im Hintergrund hielt, war es eine spannende Eröffnung.
2. Gang: Forelle oder Vulkanhof-Ziegenkäse: Wenn Wasser auf Weide trifft
Beim zweiten Gang überließ das Weinhaus Berg uns die Qual der Wahl: Zur Auswahl standen zarte, geräucherte Forellenfilets oder ein kräftiger, gratinierter Ziegenkäse vom Vulkanhof.
Da wir ungern etwas verpassen, haben Patrick und ich die Speisekarte taktisch klug aufgeteilt: Er entschied sich für die geräucherte Forelle, ich schnappte mir den gratinierten Ziegenkäse. Natürlich wurde über den Tisch hinweg probiert!


Beides wurde auf einem knackigen Feldsalat mit knusprigen Croutons angerichtet. Der Star dieses Ganges war die begleitende Weinbergpfirsich-Vinaigrette, die durch ihre fruchtig-herbe Frische wunderbar mit den rauchigen Noten des Fischs oder der Cremigkeit des Käses harmonierte.
3. Gang: Eifel-Schwein geküsst vom Pfirsich: Unser herzhafter Höhepunkt
Im Hauptgang zeigte die Küche, wie exzellent Obst und Fleisch harmonieren können. Auf den Tisch kamen Zarte Schweinemedaillons vom Eifel-Schwein, begleitet von goldbraunen Kartoffelrösti.
Die Rösti war außen knackig und innen wunderbar weich und cremig. So liebe ich es einfach. Das Fleisch war auf den Punkt gegart, saftig und schmeckte sehr gut. Die absolute Krönung des Tellers war die Soße vom roten Weinbergpfirsich, die mit ihrer leichten Süße und feinen Säure das zarte Fleisch perfekt umschmeichelte.

4. Gang: Sündhaft gut: Schokolade trifft auf Pfirsichsorbet
Ich liebe es einfach, wenn ein Dessert ein Essen perfekt abrundet. Dieses Dessert war ein Fest für die Sinne und wirklich der krönende Abschluss.
Eine luftige Mousse au Chocolat traf auf ein erfrischendes Weinbergpfirsichsorbet. Das begleitende warme Weinbergpfirsichragout sorgte für ein geniales Spiel aus verschiedenen Texturen und Temperaturen.

Der Abend im Weinhaus Berg ist ein Beweis dafür, wie kreativ und vielseitig die Moselküche sein kann. Das Ambiente ist gemütlich und der Rote Weinbergpfirsich zog sich wie ein köstlicher roter Faden durch den Abend.
Reiseinformationen
Adresse:
Moselstraße 39,
56814 Bremm
Anfahrt
Mit dem Auto:
Bremm liegt an der Bundesstraße 49 (B49), die sich direkt an der Mosel entlangschlängelt.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:
Der nächstgelegene Bahnhof ist Neef (auf der gegenüberliegenden Moselseite, ca. 2-3 km entfernt) oder Ediger-Eller.
Direkt vor der Tür hält der Bus 710.
Parkmöglichkeiten
Es gibt kostenfreie Privatparkplätze direkt am Haus für Gäste.
Öffnungszeiten
Wie viele Betriebe an der Mosel gibt es saisonale Anpassungen oder Betriebsferien in den Wintermonaten.
Der Besuch fand im Rahmen einer Pressereise mit Mosellandtouristik GmbH und Ferienland Cochem statt.
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