Die Mosel ist bekannt für ihre Schleifen, aber kaum ein Ort fängt den Zauber der Flusslandschaft so ein wie das beschauliche Neef. Sobald man aus dem Zug steigt, beginnt das Abenteuer “Wandern in Neef”: Der Weinberg erhebt sich direkt hinter den Gleisen und lockte uns mit einer kurzen Wanderung zu einem der schönsten Aussichtspunkte der Region.

Wandern in Neef: Gipfelglück auf dem Petersberg
Unser Weg führte uns durch die akkurat angelegten Zeilen der Weinstöcke bergauf. Die Wege sind hervorragend ausgebaut, sodass man den Blick schon beim Aufstieg schweifen lassen kann..
Die Petersbergkapelle: Ein Ort der Stille
Nach einem kurzen aber knackigen Anstieg erreichten wir die Petersbergkapelle. Die heutige Kapelle stammt aus dem Jahr 1850. Hier stand aber schon im 12. Jahrhundert eine Kirche, die einst die Pfarrkirche für die umliegenden Orte war. Besonders charmant (und ein wenig mystisch) ist der kleine Bergfriedhof, der die Kapelle umgibt.

Insider-Tipp: Um weiter zum Eulenköpfchen zu gelangen, mussten wir tatsächlich einmal quer über den Friedhof wandern – ein schmaler Trampelpfad zeigte uns, wo der Wanderweg weiter ging.
Zeitreise am Eulenköpfchen
Nur wenige Minuten weiter erreicht man das Eulenköpfchen. Wo heute Wanderer ihre Wasserflaschen zücken, befand sich früher eine römische Signalstation. Von hier aus wurden mittels Licht- oder Rauchzeichen Nachrichten entlang des Moseltals übermittelt.

Ich kann sehr gut verstehen, dass schon die Römer diesen Ort nutzten, die Aussicht ist umwerfend! Man sieht die eng gewundene Bremmer Moselschleife, die Klosterruine Stuben und natürlich den imposanten Calmont – mit einer Neigung von bis zu 68° offiziell der steilste Weinberg Europas.

Der Abstieg: Panorama-Treppen und Winzer-Idylle
Nachdem wir uns am Moselblick sattgesehen hatten, machten wir uns an den Abstieg. Anstatt den gleichen Pfad zurückzugehen, wählten wir die Route über die charakteristischen Weinbergstreppen. Diese Treppen führen direkt durch die steilen Schieferhänge.

Während des gesamten Abstiegs hat man das rote Schieferdach der Pfarrkirche St. Matthias und die verwinkelten Gassen von Neef fest im Blick.

Frühlings-Highlight: Wenn die Mosel Pink trägt
Wer im Frühjahr (meist Ende März bis Mitte April) kommt, erlebt in der Region rund um Cochem und natürlich auch in Neef das Naturschauspiel der Weinbergpfirsich-Blüte.
Passend dazu wird eine spezielle Wanderroute ausgeschildert, die an den blühenden Bäumen vorbei führt. Die „Weinbergpfirsich-Blüten-Wanderung“, verläuft von Ediger-Eller nach Neef (oder umgekehrt). Start und Ziel befindet sich an den Bahnhöfen in beiden Orten.

Der Weg verläuft überwiegend über gut begehbare Landwirtschafts- und Uferwege mit nur moderaten Steigungen (ca. 70 bis 100 Höhenmeter). Achtet auf die pinkfarbenden Markierungen auf dem Boden und die extra ausgehängten Hinweisschilder, dann kommt man gut ans Ziel.
Die Tour führt durch den sogenannten „Moselkrampen“, das absolute Hauptanbaugebiet des Roten Moselweinbergpfirsichs. Zwischen Bremm und Neef passierst man Hänge, an denen über 2.000 dieser Bäume stehen. Unterwegs hat man einen herrlichen Ausblicke auf den Bremmer Calmont (den steilsten Weinberg Europas) und schaut hinab auf die Klosterruine Stuben direkt am Moselufer.

Unser Tipp: In Neef ist ein Teil des Weges „kinderwagenfreundlich“. Hier haben Familien extra kleine Spielstationen für Kinder aufgestellt und fröhlichen bunten Schmuck verteilt, alles unter dem Motto „Feenzauber im Frühling“.


- Länge: ca. 6 bis 7 Kilometer
- Dauer: 2 bis 2,5 Stunden
- Schwierigkeit: Leicht bis mittel
Einkehr-Station in Neef
Nach dem Wandern in Neef knurrte uns der Magen. Direkt am Bahnhof wartete ein weiteres Highlight des Tages.

Diese kleine Einkehrstation befindet sich in einem wunderschönen, historischen Fachwerkhaus und fällt eigentlich nur durch ein Schild vor der Tür auf. Der Gastraum ist klein, gemütlich und vollgestellt mit zahlreichen Erinnerungen der Betreiber.
Auf der Karte stehen warme und kalte Getränke, eine Wurstplatte, eine Käseplatte und natürlich Kuchen. Mein Tipp: Käsekuchen mit Weinbergpfirsich! Er ist fruchtig, cremig und so gut, dass ich am liebsten das Rezept (oder den ganzen Kuchen) stibitzt hätte.

Zum Abschluss haben wir dann noch die vom Betreiber selbst produzierten Liköre aus dem Weinbergspfirsich probiert.

Im kleinen Laden kann man sich auch Likören, Marmeladen und Chutneys rund um den Roten Weinbergpfirsich eindecken – alles aus eigener Herstellung. Ein Schluck Mosel-Sommer für zu Hause!
Adresse
Petersbergstraße 6, 56858 Neef
Edelbrand & Schieferwein: Zu Gast beim Traditions-Winzer
Wer nach dem Wandern in Neef noch mehr Lust auf Wein, Edelbrand und tolle Produkte rund um den Weinbergpfirsich hat, für den führt kein Weg am Weingut Amlinger & Sohn vorbei. Man sitzt hier wunderbar in einem kleinen Verkaufsraum oder bei gutem Wetter im Innenhof unter schattigen Bäumen. Es ist der perfekte Ort, um bei einem Glas kühlen Riesling die Beine auszustrecken und die Wanderung Revue passieren zu lassen.
Wir haben uns dort durch die Spezialitäten des Roten Weinbergpfirsichs probiert.

- Kir Pêche Rouge: Aus Weinbergpfirsichlikör und Secco starteten wir mit einen sommerlichen erfrischenden Drink.
- Der Likör-Check: Wir haben auch den klassischen Weinbergpfirsich-Likör probiert – intensiv fruchtig, nicht zu süß und die perfekte Essenz des Sommers.
- Gin Pêche Rouge: In der Nase dominiert zunächst die typische, herbe Wacholdernote. Doch sobald man den ersten Schluck nimmt, entfaltet sich das volle Aroma des Weinbergpfirsichs.
- Feinkost: Für die heimische Küche gibt es tolle Mitbringsel: Weinbergpfirsich-Konfitüre oder Senf sind geniale Souvenirs.


Mein Tipp: Fragt nach einer kleinen Verkostung der Pfirsich-Produkte. Die Unterschiede in der Aromatik sind faszinierend.
Wandern in Neef und die Besuche der Einkehrstation und des Weinguts Amlinger & Sohn fand im Rahmen einer Pressereise mit Ferienland Cochem und Moselland Touristik statt.
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