In New Yorks „Krieg der Aussichtsplattformen“ konkurrieren mehrere Wolkenkratzer um die Gunst der Touristen. Die Wahl der richtigen Plattform ist heute weniger eine Frage der „besten Aussicht“ als vielmehr eine Entscheidung was zum persönlichen Reisestil passt. Das Empire State Building ist der unbestrittene Klassiker – eine historische Legende, die New York aus dem Herzen von Midtown präsentiert.
Das Rennen zum Himmel: Die Entstehung einer Legende
An dem Standort des heutigen Empire State Buildings, an der Fifth Avenue zwischen der 33. und 34. Straße, befand sich einst das prestigeträchtige Waldorf-Astoria Hotel. Ende der 1920er Jahre wurde das Hotel verkauft und abgerissen, um Platz für ein Projekt von beispiellosem Ehrgeiz zu schaffen. Die treibenden Kräfte waren der Geschäftsmogul John J. Raskob und Al Smith, der ehemalige Gouverneur von New York.
Trotz und Triumph in der Weltwirtschaftskrise
Ihr Projekt entstand inmitten eines erbitterten „Rennens zum Himmel“, einem Wettstreit um den Titel des höchsten Gebäudes der Welt.

Hauptkonkurrent war das Chrysler Building, das sich damals im Bau befand. Als bekannt wurde, dass das Chrysler Building eine Spitze erhalten würde, die es auf eine Höhe von 319,43 Meter bringen würde, reagierte das Bau-Team rund um das Empire State Building. Das Ergebnis war die Hinzufügung der 60,96 Meter hohen Spitze auf dem Gebäude. Die Spitze sicherte den Titel des höchsten Gebäudes der Welt mit einer Gesamthöhe von 381 Metern.

Die eigentliche Ironie der Entstehungsgeschichte liegt jedoch in ihrem Timing. Die Pläne wurden auf dem Höhepunkt des wirtschaftlichen Booms geschmiedet, doch der Baubeginn am 17. März 1930 erfolgte nur wenige Monate nach dem Börsencrash von 1929 und dem Beginn der Weltwirtschaftskrise.
Die Krise erwies sich als zweischneidiges Schwert. Während sie die Rentabilität des Gebäudes in den Anfangsjahren zunichte machen sollte, war sie gleichzeitig ein entscheidender Faktor für seine Realisierung. Der wirtschaftliche Abschwung führte zu einem Überangebot an Arbeitskräften und einem drastischen Preisverfall bei Baumaterialien. Diese günstigen Bedingungen und das Projektmanagement ermöglichten eine Baugeschwindigkeit, die bis heute legendär ist.

Das Stahlskelett wuchs mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit von viereinhalb Stockwerken pro Woche. Insgesamt wurden 57.000 Tonnen Stahl, 10 Millionen Ziegelsteine und 62.000 Kubikmeter Beton verbaut. Auf dem Höhepunkt der Bauarbeiten waren über 3.400 Arbeiter gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt.
In 410 Tagen war das Bauwerk fertiggestellt, und das sogar vor dem Zeitplan und unter dem Budget.
Von “Empty State” zu King Kongs Leinwandruhm
Die Anfangsjahre waren hart. Wegen der geringen Vermietung erhielt das Gebäude den Spitznamen „The Empty State Building“. Die Einnahmen der Aussichtsplattform waren überlebenswichtig.

Der Wendepunkt kam schließlich aus Hollywood mit dem Film King Kong aus dem Jahr 1933. Die Szene, in der der Riesenaffe die Spitze erklimmt, machte das Gebäude unsterblich.
Selbst eine Kollision mit einem B-25-Bomber im Jahr 1945 konnte der robusten Stahlkonstruktion nichts anhaben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es schließlich zum wirtschaftlichen Erfolg und ist heute ein hochmodernes Bürogebäude hinter historischer Fassade.
Mehr als nur eine Aussicht: Das Erlebnis im Inneren
Nach der ersten Kartenkontrolle und dem obligatorischen Sicherheitscheck stiegen wir die ersten Stufen hinauf. Am ersten Fotospot staute sich der Besucherstrom etwas. Hier konnte man ein Bild neben dem Empire State Building machen.
Dann ging es in den Ausstellungsbereich, der sich zeitlich chronologisch aufbaute.
The Site in the 1920s
Ein Panoramafoto zeigt den Standort des ursprünglichen Waldorf-Astoria Hotels. Durch historische Vermessungsinstrumente konnten wir auf die belebten Straßen New Yorks der späten 1920er Jahre blicken. Kleine eingespielte Szenen ließen uns in die Zeit eintauchen und ein Gefühl dafür bekommen, wie New York zu dieser Zeit aussah.

Konstruktion
Im Anschluß tauchten wir mitten ins Geschehen des Baus ein.
Umgeben von den Geräuschen von Maschinen, lebensgroßen Bronzeskulpturen von Arbeitern und Videoprojektionen, erlebten wir den Bau des Empire State Buildings. Mir haben besonders die Projektionen gefallen, in der riesige Stahlträger bewegt und von den Arbeitern in das Stahlskelett des Baus eingebunden wurden.
Es muss schon beeindruckend gewesen sein, mit welcher Geschwindigkeit der Bau voran ging.
Mit Szenen vom Eröffnungstag, dem 1.5.1931, endet der Rückblick zum Thema Baugeschichte

Andere Ausstellungsthemen
Wir gingen weiter in einen kleinen Raum, der zunächst recht unspektakulär wirkte. Hier befanden wir uns in einem Otis Aufzug. Eine faszinierende Simulation machte die schwindelerregende Höhe des Gebäudes im Inneren eines Aufzugschachts erlebbar.
Es gab Informationen zum Thema Nachhaltigkeitsrenovierung, der heutigen Nutzung und den Möglichkeiten, die den Mietern geboten werden.

Mich hat allerdings viel mehr der Besuch eines 180-Grag-Kinos beeindruckt. Hier werden einer Dauerschleife 600 Ausschnitte aus Filmen, Fernsehsendungen und Comics gezeigt, in denen das Empire State Building eine entscheidende Rolle gespielt hat. Ich habe erstaunlich viele davon erkannt!
Natürlich darf das Thema King Kong nicht fehlen. In einem speziellen Bereich der Ausstellung wird nur auf dieses Thema eingegangen. Hier standen die Besucher Schlange, um die Hände von King Kong berühren zu können, die durch die Wände zu brechen scheinen, während er knurrt und Flugzeuge vor den Fenstern kreisen.
Der erste Panoramablick: Die 80. Etage
Danach ging es mit dem Fahrstuhl zunächst in die 80.Etage des Empire State Buildings.

Auch hier gibt es noch kleinere Ausstellungsbereiche, die aber kaum Beachtung finden. Es zog uns und die anderen Besucher an die große Panoramafenster. Von hier konnten wir einen ersten und vor allem noch wettergeschützen Blick auf die Skyline der Stadt werfen. Auch wenn die Scheiben leicht spiegelten, der Ausblick auf die Stadt ist einfach unbeschreiblich.

Die 86. Etage: New Yorks berühmtestes Open-Air-Wohnzimmer
Nun ging es für uns mit dem letzten Aufzug hinauf zur wohl berühmtesten Aussichtsplattform der Welt. Sobald sich die Türen öffnen und wir ins Freie kamen, spürten wir es sofort: den Wind auf der Haut, das leise Summen der Stadt tief unter uns und dieses unvergleichliche Gefühl, wirklich in New York angekommen zu sein. Die 86. Etage ist mehr als nur ein Aussichtspunkt – sie ist eine Must Do beim ersten Besuch in der Stadt!
Aus 320 Metern Höhe entfaltet sich ein atemberaubendes 360-Grad-Panorama, das bei Tag und Nacht fasziniert. Die berühmten Münzfernrohre erlauben es, Details heranzuzoomen und die Stadt aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Hier oben wurden unzählige Filmszenen gedreht – und während wir auf die Stadt blicken, verstehe ich auch warum. So richtig in Worte fassen kann man diesen Blick nicht.

Blick nach Norden
Wir entdecken die grüne Lunge der Stadt, den Central Park. Die eleganten Wolkenkratzer der “Billionaires’ Row” bilden einen beeindruckenden Anblick. An klaren Tagen erkennt man sogar die George Washington Bridge.
Blick nach Osten
Von hier sehen wir die silberne Art-déco-Spitze des einstigen Rivalen, des Chrysler Buildings. Dahinter schlängelt sich der East River, über den sich die Brücken nach Brooklyn und Queens spannen.

Blick nach Süden
Dies ist die klassische Postkartenansicht. Mein Blick schweift über die Hochhäuser von Midtown South zum Financial District mit dem markanten One World Trade Center. In der Ferne erkennen ich sogar die Freiheitsstatue und Ellis Island in der Bucht von New York.

Blick nach Westen
Hier ist der Hudson River mit den Piers und das Ufer von New Jersey zu sehen. Besonders zum Sonnenuntergang sollt diese Richtung einen einmaligen Blick bieten.

Unser Fazit: Ein Klassiker, der im Herzen bleibt
Als wir wieder unten auf den belebten Straßen von Manhattan standen, blickten wir nach oben auf die Spitze des Empire State Buildings. Die Entscheidung, nur die 86. Etage zu besuchen, fühlte sich für uns goldrichtig an. Das offene Deck, der Wind in den Haaren und der ungefilterte Sound der Stadt – genau das ist das authentische New-York-Gefühl, das wir gesucht haben.
In einer Stadt, die mit immer neuen, spektakulären Aussichtspunkten wirbt – sei es der Nervenkitzel auf der gläsernen Spitze von “The Edge” oder die spiegelnden Kunstwelten des “SUMMIT One Vanderbilt” –, hat das Empire State Building eine ganz eigene, unersetzliche Rolle. Es ist nicht die neuste oder gewagteste Plattform. Es ist die Seele der Skyline und erzählt eine Geschichte von Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und dem unzerstörbaren Geist dieser Stadt. Wer New York nicht nur sehen, sondern auch fühlen will, für den führt kein Weg an diesem zeitlosen Klassiker vorbei.

Besuch im Empire State Building: Alles, was Sie wissen müssen
Das Empire State Buildung ist natürlich nicht zu übersehen. Es gibt aber zwei Eingänge nur einen Besuchereingang. Dieser befindet sich in der 20 West 34th Street, zwischen der Fifth und Sixth Avenue.

Die Anzahl der täglich zugelassenen Besucher ist begrenzt und die Eintrittskarten zu bestimmten Zeiten heiß begehrt. Unser Tipp: plant den Besuch rechtzeitig und kauft die Eintrittskarte vorab online. Wir haben unsere Eintrittskarten etwa 2 Monate im voraus gekauft und hatten für unseren Wunschtag noch fast alle Zeitfenster zur Auswahl.
Wir haben lange überlegt, welches Ticket für uns das richtige ist. Alle Tickets beinhalten den Zugang zur Museumsgalerien im 2. und 80.Stock. Entscheiden muss man, ob man „nur“ die berühmte 86.Etage, die in so vielen Filmen zu sehen ist, besuchen möchte oder etwas mehr Geld ausgibt um zusätzlich bis in die 102.Etage zu fahren.
Unsere Entscheidung fiel auf die 86.Etage und das aus folgenden Gründen:
- Die 102.Etage ist verglast – die 86.Etage offen
- Der Blickwinkel auf die Stadt ändert sich nicht wirklich, er ist halt nur etwas steiler.
- Der Preisunterschied war für uns zu groß – die Differenz haben wir lieber in einen süßen Milchshake bei Hershey’s investiert.
Ticketvarianten
| Ticketname | Hauptleistungen | Am besten geeignet für |
| Main Deck | Zugang zur 86. Etage (Open-Air) und zum Museum im 2. Stock. | Erstbesucher und preisbewusste Reisende, die das klassische Erlebnis suchen. |
| Top Deck | Zugang zur 86. und 102. Etage (verglast) sowie zum Museum. | Besucher, die die höchstmögliche Aussicht und ein exklusiveres, ruhigeres Erlebnis wünschen. |
| Express Pass | Überspringen aller Warteschlangen (außer Sicherheit). | Reisende mit knappem Zeitbudget oder Besucher an Feiertagen und Wochenenden. |
| AM/PM Experience | Zwei Besuche an einem Tag (einmal bei Tag, einmal bei Nacht) auf der 86. Etage. | Fotografen und Besucher, die die Skyline in beiden Lichtstimmungen erleben möchten; bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. |
| Sunrise with Starbucks Reserve® | Exklusiver Zugang zur 86. Etage bei Sonnenaufgang, inklusive Kaffee. | Fotografen und diejenigen, die ein einzigartiges, unvergessliches und menschenleeres Erlebnis suchen. |
| Flex Ticket | Besuch zu jeder beliebigen Zeit am gewählten Datum auf der 86. Etage. | Reisende, die maximale Flexibilität in ihrem Zeitplan benötigen. |
Wieviel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?
Planen Sie für Ihren Besuch mindestens 1,5 bis 2 Stunden ein, um die Ausstellungen und die Aussicht in Ruhe genießen zu können. Es gibt keine zeitliche Begrenzung für den Aufenthalt auf den Plattformen.
Besucherinformation
Adresse
20 West 34th Street,
New York, NY 10118
Anfahrtsmöglichkeiten
Mit dem Bus:
Zahlreiche Buslinien halten in unmittelbarer Nähe.
Mit der U-Bahn:
Die nächstgelegenen Stationen sind nur etwa fünf Gehminuten entfernt:
◦ 34th Street – Penn Station: Erreichbar mit den Linien 1, 2, 3, A, C und E.
◦ 34th Street – Herald Square Station: Erreichbar mit den Linien B, D, F, M, N, Q, R und W.
Mit der Bahn:
Für Reisende, die mit Amtrak oder New Jersey Transit an der Penn Station ankommen, ist das Gebäude nur zwei Blocks östlich gelegen. Von der Grand Central Terminal (Linien 4, 5, 6, 7) ist es ein etwa 10-minütiger Spaziergang.
Öffnungszeiten
täglich
Die allgemeinen Öffnungszeiten sind großzügig, oft von 9:00 Uhr morgens bis Mitternacht oder 1:00 Uhr nachts. Diese Zeiten variieren jedoch je nach Saison und Wochentag erheblich. Bitte auf der Website die genauen Öffnungszeiten nachsehen.
Eintrittspreise
| Ticketname | Preis (Erwachsene) | Hauptleistungen |
| Main Deck | Ab $44 | Zugang zur 86. Etage (Open-Air) und zum Museum im 2. Stock. |
| Top Deck | Ab $79 | Zugang zur 86. und 102. Etage (verglast) sowie zum Museum. |
| Express Pass | Aufpreis zum Standardticket | Überspringen aller Warteschlangen (außer Sicherheit). |
| AM/PM Experience | Ab $64 | Zwei Besuche an einem Tag (einmal bei Tag, einmal bei Nacht) auf der 86. Etage. |
| Sunrise with Starbucks Reserve® | $135 pro Person | Exklusiver Zugang zur 86. Etage bei Sonnenaufgang, inklusive Kaffee. |
| Flex Ticket | Ab $64 | Besuch zu jeder beliebigen Zeit am gewählten Datum auf der 86. Etage. |
Zu allen Online-Transaktionen wird eine Buchungsgebühr hinzugefügt.
Barrierefreiheit
Der Haupteingang in der 20 W. 34th Street ist barrierefrei, und es gibt im gesamten Gebäude Rampen. Sowohl motorisierte als auch nicht-motorisierte Rollstühle sind erlaubt. In der 86. Etage gibt es barrierefreie Toiletten, abgesenkte Aussichtsmauern und Ferngläser.
FAQ
Wo befindet sich der Eingang?
Es ist wichtig, die beiden Hauptadressen des Gebäudes zu unterscheiden. Die offizielle Post- und Mieteradresse lautet 350 Fifth Avenue. Der Eingang für Besucher der Aussichtsplattform befindet sich jedoch an der 20 West 34th Street, zwischen der Fifth und Sixth Avenue. Die Eingänge an der Fifth Avenue sowie an der 33. Straße sind privat und nicht für Touristen zugänglich.
Wann sind die besten Besuchszeiten?
Früher Morgen (direkt nach der Öffnung):
Weniger Andrang und klares Morgenlicht.
Sonnenuntergang:
Die beliebteste und daher vollste Zeit. Die “goldene Stunde” bietet jedoch ein unvergessliches Farbenspiel über der Stadt. Beachten Sie, dass für diese Zeitfenster oft ein Aufpreis verlangt wird.
Später Abend:
Erleben Sie das glitzernde Lichtermeer des nächtlichen New York.
Gibt es Schließfächer?
Es gibt keine Schließfächer zur Aufbewahrung.
Welche Gegenstände darf man nicht mitbringen?
Waffen, Glasflaschen, Dosen, alkoholische Getränke, große Taschen, Koffer, Stative und professionelle Kameraausrüstung sind nicht gestattet. Eine genaue Liste findet sich auf der offiziellen Webseite.
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