Die Auswahl an Flusskreuzfahrtschiffen auf der Donau ist riesig. Ich war mit der modernisierten MAXIMA von nicko cruises unterwegs und habe einen genaueren Blick auf das Schiff geworfen. Mit ihrem großzügigen Wellnessbereich und der einladenden Atmosphäre bietet das Schiff beste Voraussetzungen für eine entspannte Reise auf dem Fluss.
Aber hält das Interieur nach der Renovierung, was versprochen wird? Wie gemütlich sind die Kabinen, und was erwartet die Gäste kulinarisch an Bord? Hier ist mein Erfahrungsbericht zur MAXIMA.

Daten und Fakten zur MAXIMA
Die MAXIMA von nicko cruises ist ein Schiff, das durch seine Abmessungen ideal für die Gegebenheiten der Donau und ihrer Schleusen gebaut ist. Das Schiff wurde 2003 in Dienst gestellt und im Winter 2024/25 umfassend modernisiert. Mit einer Länge von 126,70 Metern und einer Breite von 11,40 Metern nutzt das Schiff die Standardlänge der Binnenschleusen optimal aus. Bei einigen der Schleusen war wirklich zu allen Seiten nicht mehr viel Platz. Hut ab vor der Leistung des Kapitäns und Steuermann ohne anzustoßen in die Schleusen einzufahren.
Die MAXIMA ist für eine Kapazität von bis zu 180 Passagieren ausgelegt, um die sich die rund 40-köpfige Crew liebevoll kümmert. Die Bordsprache ist Deutsch.

Der Deckplan: Wo spielt sich das Leben ab?
Die MAXIMA verfügt über vier Decks: das weitläufige Sonnendeck sowie drei darunter liegende Passagierdecks (Oberdeck, Mitteldeck, Hauptdeck). Vor meiner Fahrt auf der MAXIMA habe ich etwas überlegt auf welchem der Passagierdecks ich eine Kabine buchen sollte. Also habe ich mir die Decks vorab etwas genauer angesehen.
Das oberste Deck / Sonnendeck
Dieses Deck dient bei schönem Wetter als Erholungsfläche im Freien. Es erstreckt sich über fast die gesamte Schiffslänge. Nur der vordere Bereich und ein kleiner Bereich am Heck ist für die Crew und die Arbeit am Deck gesperrt.

Auf dem Sonnendeck habe ich immer ausreichend Liegestühle vorgefunden. Zusätzlich stehen Sitzgruppen unter schattenspendende Sonnensegel. Wer möchte, kann hier oben in aller Ruhe die vorbeiziehende Uferlandschaft bewundern. Für alle, die auch im Urlaub aktiv bleiben möchten, stehen zudem einige wenige Fitnessgeräte (wie z.B. ein Crosstrainer) zur Verfügung.
Auch die Brücke des Kapitäns (das Steuerhaus) befindet sich hier und kann bei extrem niedrigen Brückendurchfahrten hydraulisch versenkt werden.

Ein tolles und besonderes Angebot an Bord der MAXIMA: Während eines Schleusengangs durften die Passagiere den sonst streng gesperrten Bereich rund um das Steuerhaus betreten! Dabei konnte ich nicht nur einen Blick direkt in den Steuerbereich des Kapitäns werfen, sondern auch hautnah beobachten, wie der Kapitän das Schiff von einem seitlich vorhandenen Außensteuerbereich zentimetergenau aus der Schleuse manövrierte. Ein echtes Highlight für alle Technik- und Schiffsbegeisterten!

Oberdeck
Das Oberdeck ist das gesellschaftliche Herzstück des Schiffes. Ganz vorne gelegen, bietet der gemütliche Panorama-Salon durch seine großen Fensterflächen einen ungehinderten Blick auf den Flusslauf. Hier befindet sich die Bar, und der Salon dient als Treffpunkt, Lounge und Veranstaltungsort. Mittschiffs ist das helle Panorama-Restaurant untergebracht. Zudem liegen auf diesem Deck Kabinen, die alle über einen französischen Balkon verfügen.
Mitteldeck
Auf dem Mitteldeck liegt zentral der Empfangsbereich mit dem Foyer und der Rezeption. Ansonsten kombiniert dieses Deck Wohnkomfort und Entspannung: Neben zahlreichen Passagierkabinen gibt es hier im vorderen Teil auch der Wellnessbereich.
Hauptdeck
Das unterste Passagierdeck liegt teilweise unter der Wasserlinie. Hier befinden sich ausschließlich Kabinen sowie im hinteren Bereich die Maschinenräume. Diese Kabinen kleinere Fenster (Bullaugen) im oberen Wanddrittel, die sich aus Sicherheitsgründen nicht öffnen lassen.
Die Kabinen: Wohnkomfort auf dem Fluss
Die Kabinen der MAXIMA sind alle als komfortable Außenkabinen konzipiert. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Lage und der Art der Fenster.
- Hauptdeck-Kabinen: Sie sind ca. 14,5 m² groß und verfügen über nicht zu öffnende Fenster (Bullaugen). Die Ausstattung ist identisch zu den höheren Decks.
- Mittel- und Oberdeck-Kabinen: Ebenfalls ca. 14,5 m² groß. Ihr großes Plus ist der Französische Balkon. Die bodentiefe gläserne Schiebetür lässt sich weit öffnen. Man kann zwar nicht hinaustreten, aber wunderbar am offenen Fenster stehen, die frische Luft atmen und den Blick auf die Donau genießen.
Alle Kabinen auf der MAXIMA bieten:
- Individuell regulierbare Klimaanlage/Heizung
- Zwei Betten, die als Doppelbett zusammenstehen (auf Wunsch auch trennbar)
- SAT-TV, Telefon und Radio
- Badezimmer mit Dusche/WC und Haartrockner
- Kühlschrank/Minibar und Safe
- WLAN-Empfang (gegen Gebühr)

Boarding und erster Eindruck
Die Einschiffung verlief zügig und sehr herzlich. Sobald wir unser Gepäck abgegeben und das Schiff über die Gangway betreten hatten, fiel der erste Blick auf den Empfangsbereich auf dem Mitteldeck. Mein Eindruck: hell, freundlich und nach der letzten Modernisierung sehr ansprechend gestaltet.
Die Crew begrüßte uns überaus freundlich und zeigte uns den Weg in den gemütlichen Panorama-Salon auf dem Oberdeck. Hier warteten wir, bis der Kabinenbezug möglich war.
Unsere Kabine: Ein Blick in die Kabine 111 auf dem Oberdeck
Nachdem die Kabinen freigegeben wurden, erhielten wir an der Rezeption unsere Zimmerkarte.

Für die Donaukreuzfahrt mit meiner Mutter hatte ich die Kabine 111 auf dem Oberdeck gebucht. Diese Kabine punktet mit einer baulichen Besonderheit beim Zugang: Man erreicht sie entweder ganz klassisch im Innenbereich über die Treppe vom Mitteldeck aus oder über den außenliegenden Gang direkt vom Panorama-Restaurant. Wir wählten bei jedem Wetter den Weg über den überdachten Außengang und freuten uns über die frische Fahrtluft.

Die Kabine präsentierte sich gut ausgestattet, absolut sauber und wurde vom Kabinensteward täglich gründlich gereinigt. Auch der Extrawunsch von uns vor der Reise klappte reibungslos: Die Betten standen unserem Wunsch entsprechend getrennt.

Schnell war klar: Hier lässt es sich aushalten. Die Betten waren sehr bequem. Der Stauraum war erstaunlich großzügig. Koffer verschwanden problemlos unter dem Bett, und in den Schränken gab es ausreichend Bügel und Ablageflächen. Das Badezimmer erwies sich als äußerst funktional mit herrlich heißem Wasser.
Das Highlight war für uns jeden Tag aufs Neue die große Fensterfront: Es war Genuss pur, gemütlich am Fenster zu sitzen und einfach die Fahrt und die vorbeiziehende Landschaft auf sich wirken zu lassen. Ein kleiner Nachteil der Kabine soll jedoch nicht unerwähnt bleiben: Durch die Lage auf dem Oberdeck hört man recht deutlich alle Geräusche vom darüber liegenden Sonnendeck wie zum Beispiel das Aufstellen der Liegen am Morgen. Wer einen sehr leichten Schlaf hat, sollte dies bei der Kabinenwahl bedenken, uns hat es die Freude an dieser gemütlichen Kabine aber nicht genommen.

Kulinarik an Bord: Genuss mit Aussicht
Die Mahlzeiten werden im Panorama-Restaurant auf dem Oberdeck eingenommen. Hier wird jedem Passagier am Anfang der Reise ein fester Tisch zugewiesen, was wir als sehr angenehm empfanden. Die ganze Fahrt über wurden wir von einem sehr freundlichen Restaurantmitarbeiter betreut. Er kannte bereits nach 2 Tagen meine Vorliebe für die Nachspeise, die jeden Tag etwas üppiger ausfiel als bei meiner Mutter. Durch die großen Panoramafenster des Restaurants verpasst man auch beim Essen nichts von der vorbeiziehenden Landschaft.

Das Frühstück wird in Buffetform serviert. Die Auswahl reicht von frischen Brötchen und Brot über Aufschnitt, Käse und Eierspeisen bis hin zu Müsli, Joghurt und frischem Obst. Kaffee, Tee und Säfte sind beim Frühstück natürlich inklusive.
Mittags und abends verwöhnt die Küchencrew die Gäste mit mehrgängigen Menüs, die eine schöne Mischung aus internationalen Gerichten und regionalen Spezialitäten der bereisten Länder darstellen. Wer es mittags lieber etwas unkomplizierter mag, kann sich stattdessen für den Light-Lunch (z.B. Suppe, Salate, Sandwiches) im Panorama-Salon entscheiden. Wir wählten jeden Tag diese Variante und freuten uns über das wechselbde Salatangebot.
Das Highlight: Gala-Dinner “Inspired by Johann Lafer”
Den absoluten Höhepunkt der klassischen Reise bildete das elegante Gala-Dinner. Die Reederei von nicko cruises kooperiert hier mit dem bekannten Sternekoch Johann Lafer. Es wurde speziell auf die Möglichkeiten im Küchenbereich und den Ablauf während des Abendessens ein saisonales Menü entworfen.


Als Vorspeise wurde eine cremige Erbsen-Minze-Mousse auf einem saftigen Tatar vom Limonenlachs serviert. Nach einem raffinierten Suppenduett aus Möhre und Kokos mit einem Hauch Wasabi folgte der Hauptgang: Ein wunderbar zartes Schweinefilet in einer aromatischen Kräuterkruste, dazu Knöpfle und Pilze in Pfefferrahmsauce. Den krönenden Abschluss machte eine zarte Tarte au Citron mit luftigem Baiser. Ein rundum gelungener Abend, der auch vegetarische Alternativen auf gleichem Niveau bot!

Motto-Party und Themenabend: Ahoi Piraten!
Neben dem gediegenen Gala-Dinner zeigte die Crew an einem anderen Abend, wie viel Freude sie an Unterhaltung hat: Es stand eine Motto-Party zum Thema Piraten auf dem Programm! Der Eingangsbereich und das Restaurant waren passend und mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Da auch bei den Gästen “Verkleiden erwünscht” auf der Tagesordnung stand, herrschte eine wunderbar ausgelassene Stimmung an Bord.

Die Speisekarte präsentierte sich thematisch passend rustikal (“Klar zum Entern”). Nach einem “Beschwipsten Crevetten Cocktail” oder dem “Feurigen Kanonendonner” (einer kräftigen schwarzen Bohnensuppe) wählten wir als Hauptgericht von der “Schatzinsel” den “Seelachs im Brotkrumen Frack”, ein köstlich gebackener Fisch mit Kartoffel-Gurken-Salat und Sauce Remoulade. Als “Smutjes süßes Geheimnis” gab es zum Dessert ein herrlich cremiges Mohn-Parfait, serviert mit fruchtigen Beeren direkt “aus dem Rumfass”. Hier bewies die Küche, dass sie auch Motto-Abende geschmacklich wie optisch hervorragend umsetzen kann.

Das Getränkepaket der nicko cruises: Lohnt es sich?
Wie schon während meiner vorangegangenen Flusskreuzfahrten stellte sich auch hier bei der Buchung die Frage nach dem Getränkepaket. Zum Frühstück sind Heißgetränke und Säfte inkludiert, ebenso gibt es nachmittags kostenlos Kaffee und Tee zum Kuchen. Das Leitungswasser auf den Kabinen stammt aus den Wassertanks und ist zum Trinken nicht zu empfehlen. Wer mittags oder abends Wein, Bier oder Softdrinks trinken möchte, bezahlt diese regulär über die Bordkarte. Die Preise liegen im normalen Preisniveau, das vergleichbar mit guten Hotelbars ist.

Das Getränkepaket (das bei Doppelbelegung von beiden Kabinenteilnehmern gebucht werden muss) deckt einen Großteil der Getränkeauswahl ab. Mit diesem Pakt kann man mit der Öffnung der Bar vom Kaffee bis zu ausgewählten Cocktails genießen.
Für uns war das Paket erneut ein Gewinn: Es bringt ein entspanntes “All-inclusive-Gefühl”, ohne dass man bei jedem bestellten Cocktail im Salon oder beim Bier zum Abendessen auf die Preise schauen muss. Auch die tägliche Flasche Wasser für die Ausflüge an der Rezeption ist im Paket inkludiert. Ob es sich finanziell rentiert, sollte man am besten vorab mit einem kurzen Blick auf die Getränkekarte für das eigene Trinkverhalten überschlagen.
Wellness und Entspannung an Bord
Ein großer Pluspunkt der MAXIMA ist der schön gestaltete Wellnessbereich. Er ist zwar klein, bietet aber mit einer Sauna, einem Whirlpool und einer gemütlichen Ruheecke genau das Richtige nach einem langen Ausflugstag.

Wer diesen Bereich nutzen möchte, muss ihn vorab an der Rezeption des Schiffes reservieren. Dieses ist immer erst einen Tag vor der Nutzung möglich und man kann einen Zeitslot von einer Stunde alleine oder mit anderen Mitreisenden kostenfrei buchen.

Dieses Angebot habe ich sehr gerne in Anspruch genommen. Für mich war es nur wichtig, einen Zeitpunkt zu wählen, an dem das Schiff fährt. Es gibt kaum etwas Schöneres, als in der wohlig warmen Sauna zu sitzen und durch das Bullauge auf die vorüberziehenden Ufer der Donau zu blicken.

Das Leben an Bord & Entertainment
Dreh- und Angelpunkt für Geselligkeit während der Fahrt ist der Panorama-Salon. Hier lassen sich bei einem Drink die Erlebnisse des Tages wunderbar mit den Mitreisenden austauschen. Ein Bordmusiker sorgt mit Live-Musik für Unterhaltung.
Zusätzlich gibt es ein kleines, dezentes Bordprogramm, das vom Kreuzfahrtleiter moderiert wird. Hier werden zum Beispiel Informationsveranstaltungen zu den Ausflügen oder Bingo angeboten.

Wichtiger Hinweis: Barrierefreiheit
Die MAXIMA ist nicht barrierefrei. Es gibt keinen Aufzug an Bord. Um vom Hauptdeck bis zum Sonnendeck zu gelangen, müssen durchgehend steile Treppen bewältigt werden.
Zudem sind die Gänge schmal, und auch die Kabinentüren sowie der Einstieg in die Dusche weisen Schwellen auf. Gäste, die auf einen Rollstuhl oder stark auf einen Rollator angewiesen sind, sollten dies bei der Buchung unbedingt berücksichtigen. Auch der Zugang zum Schiff kann je nach Liegeplatz steil sein oder über andere, im Päckchen liegende Schiffe führen. Die herzliche Crew greift einem zwar wo immer es geht unter die Arme, eine gewisse Grundmobilität ist auf diesem klassischen Flussschiff jedoch erforderlich.
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